128. Oberschule bekommt Namen »Carola von Wasa«

Veröffentlicht am Freitag, 1. Juli 2016

Mit einem Schulfest, bei dem auch Ortsamtsleiter Jörg Lammerhirt Carola, Prinzessin von Wasa, seine Aufwartung machte, wurde die 128. Oberschule feierlich auf den Namen Carola von Wasa geweiht.

Enthüllung der Namenstafel durch Carola, Prinzessin von Wasa alias Schülerin Kristin. Foto: Steffen Dietrich

Enthüllung der Namenstafel durch Carola, Prinzessin von Wasa alias Schülerin Kristin.

Foto: Steffen Dietrich

Strehlen. Kurz vor den Sommer­ferien gab es für die Schüler und Lehrer der 128. Oberschule am 23. Juni ein beson­deres Schulfest. Ihre Schule wurde feierlich mit dem Namen »Carola von Wasa« geweiht. Schüler hatten Fakten zum Leben der Prinzessin zusam­men­ge­tragen und ausge­stellt. Carola, Prinzessin von Wasa, (alias Schülerin Kristin) kam mit ihrem Gefolge zu Besuch. Und auch Ortsamts­leiter Jörg Lammerhirt machte der Schule seine Aufwartung.

Der Ortsamts­leiter erinnerte an die Wohltä­tigkeit und Hilfs­be­reit­schaft der früheren Frau des sächsi­schen Königs und zeigte sich erfreut, dass mit der Namens­gebung auch der Ruf der Schule sich weiter positiv entwi­ckeln kann. Legendär sind Carolas Verdienste um die Organi­sation der Kranken­pflege in Sachsen. Statt sich den Möglich­keiten zum vergnüg­lichen Faulsein einer Adelsdame hinzu­geben, sah Carola von Wasa ihren Lebenssinn im uneigen­nüt­zigen Streben und Handeln für eine Verbes­serung der Lebens­be­din­gungen ihrer sächsi­schen Lands­leute. Für die Schüler und Lehrer verbindet sich damit die Botschaft, sich auch über den Notfall und über die Schule hinaus in gegen­sei­tiger Achtung und Solida­rität zu üben. Die Schule mit Ganzta­ge­san­ge­boten am Rudolf-Bergander-Ring 3 vereint Schüler aus unter­schied­lichen sozialen Schichten und Kulturen.

Der Name der Prinzessin ist mit Dresden und Strehlen in beson­derer Weise verbunden. Sie wurde 1833 als Tochter des ehema­ligen Kronprinzen von Schweden, Prinz Gustav von Wasa und seiner Gemahlin Prinzessin Luise von Baden geboren. Um 1850 galt Carola als eine der schönsten könig­lichen Prinzes­sinnen von Europa. Der franzö­sische König Napoleons III. wollte sie zur Frau. Carola heiratete jedoch in Dresden am 18. Juni 1853 den sächsi­schen Kronprinzen Albert. Eine könig­liche Residenz gab es in Strehlen, noch heute erinnert der »Königshof« und der »Wasaplatz« an diese Historie. Der »Carolasee« und das »Carola­schlösschen« im Großen Garten verdanken ihren Namen ebenfalls der Prinzessin.

1867 gründete Carola von Wasa zusammen mit ihrer Freundin Marie Simon den Albert-Verein, einen Frauen­verein innerhalb des Roten Kreuzes, der sich um die Schwes­tern­aus­bildung und insbe­sondere um die Betreuung verwun­deter Soldaten in den damaligen Kriegs­zeiten kümmerte. 1869 begann unter ihrer Schirm­herr­schaft die Kranken­pflege-Ausbildung im ehema­ligen Wachhaus am Leipziger Tor. 1878 wurde das Krankenhaus »Carola-Haus« in der Johann­stadt als Mutterhaus der Alber­ti­ne­rinnen eröffnet. 1876 gründete sie den Johannes-Verein. Dieser war ein Zusam­men­schluss von verschie­denen Vereinen zur Förderung der selbst­be­stimmten Erwerbs­arbeit von Frauen mit fünf Kinder­be­wahr­an­stalten und drei Krippen. Carola von Wasa starb schließlich am 15. Dezember 1907 in Dresden.

Steffen Dietrich

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