2014: Bauen an Straßen und Schulen

Im Gespräch mit der Ortsamtsleiterin Sylvia Günther

Veröffentlicht am Mittwoch, 22. Januar 2014

Ein Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate aber auch ein Ausblick auf die kommenden Wochen und Monate mit Ortsamtsleiterin Sylvia Günther. Alles was die Blasewitzer bewegt hat und im kommenden Jahr bewegen wird.

Wie fällt Ihr Rückblick auf das Jahr 2013 aus?

Manche Vorhaben im Ortsamts­be­reich wurden endlich reali­siert. Dazu zählen verschiedene Verkehrs­bau­pro­jekte – so der Ausbau der Borsberg- und der Schandauer Straße zwischen Fetscher­platz und Junghans­straße für rund 22 Millionen Euro, die Sanierung des maroden Abschnitts der Hübler­straße im Bereich der denkmal­ge­schützten Bäume und der Ausbau der Haenel-Claus-Straße. Auf  einigen Abschnitten der Bergmann­straße haben sich die Verhält­nisse für Radfahrer verbessert. An der Hausdorfer Straße wurde der Grund­stein für die Grund- und Mittel­schule der Freien evange­li­schen Schule gelegt. In der 6. Grund­schule konnte mit der grund­haften Sanierung begonnen werden, die 107. Mittel­schule und die 108. Grund­schule wurden teilsa­niert. Ich habe mich auch sehr über bürger­schaft­liches Engagement gefreut: Sei es beim Aufbau des ersten Senio­ren­ge­mein­schafts­gartens in Seidnitz/Tolkewitz oder beim Erzählcafé in Gruna, das durch die Inter­es­sen­ge­mein­schaft Sigus organi­siert wird oder bei den verschie­denen Stadt­teil­festen. Die Bundes­tagswahl am 22. September 2013 hat uns als Verwaltung viel Kraft gekostet. Durch die hohe Wahlbe­tei­ligung waren die Wahlvor­stände stark gefordert, u.a. beim Stimmen­aus­zählen. Trotzdem wünschen wir uns natürlich, dass auch in diesem Jahr viele Bürger zu den Wahlen am 25. Mai und 31. August 2014 gehen.

Zu den negativsten Ereig­nissen gehörte zweifellos die Flut im Juni. Sie sorgte u. a. an elbnahen Gaststätten und Wohnge­bäuden, an den Boots­häusern, Straßen­ab­schnitten und in einigen Wohnge­bieten für große Schäden.

Wie viel Bürger erhielten im Orts­amtsbereich die Flutsoforthilfe?

Etwa 85 Bürger haben Hilfs­gelder in Höhe von 68.000 Euro bekommen, 26 Eigen­tümer erhielten Unter­stützung für ihr Wohnge­bäude.

Für Loschwitz und Blasewitz zusammen wurden 640 Hochwas­ser­be­schei­ni­gungen vom Ortsamt ausge­stellt. Zur Höhe der Schäden liegen noch keine abschlie­ßenden Aussagen vor.

Sie hatten die Bürger im November zu einem Hochwasserforum eingeladen, es kamen aber nur wenige…

Scheinbar gab es während des Juni-Hochwassers keine gravie­renden Probleme, über die im Nachhinein mit der Verwaltung oder der Feuerwehr hätte disku­tiert werden müssen. Dass es durchaus Sorgen zum Thema Hochwas­ser­vor­sorge gibt, zeigt ein Brief, der von Anwohnern der Toepler­straße übergeben wurde. Darin wird die Stadt­ver­waltung aufge­fordert, Entschei­dungen zum baulichen Hochwas­ser­schutz und zum Bauen in Überflu­tungs­ge­bieten genau zu überdenken.

Das Thema Straßenbau interessiert die Einwohner besonders. Wie und wann geht es  auf der Schandauer Straße weiter?

Von April bis November wird zwischen Junghans­straße und Ludwig-Hartmann-Straße gebaut, im Jahr 2015 der Abschnitt Ludwig-Hartmann-Straße bis Anker­straße. Im Bereich des zukünf­tigen Schul­stand­ortes am ehema­ligen Straßen­bahnhof Tolkewitz wird derzeit noch eine neue Gleis­schleife plane­risch unter­sucht. Planungen gibt es auch für die Abschnitte Wehlener Straße ab Ritterhausstraße/Alttolkewitz/Österreicher Straße. Bis Mitte 2015 müssen hierfür die Förder­an­träge einge­reicht sein, damit die Förder­mittel für die Sanierung der hochwas­ser­ge­schä­digten Straßen in Anspruch genommen werden können.

Im Gespräch ist ein Vorschlag, dass Radfahrer die Einbahnstraße Hüblerstraße von der Berggartenstraße aus in Richtung Schillerplatz in entgegengesetzter Fahrtrichtung nutzen dürfen. Wird das gegenwärtig geprüft?

Ein neuer Radweg von der Berggar­ten­straße über den Schil­ler­platz hätte Auswir­kungen auf den gesamten Verkehr rund um Schiller- und Körner­platz. Dazu sollen auch die Ergeb­nisse weiterer Unter­su­chungen heran­ge­zogen werden, die  erst Ende des ersten Halbjahres vorliegen. Denn auch die Verkehrs­ströme rund um die Waldschlöß­chen­brücke spielen eine Rolle, wenn es um eine Umgestaltung auf der Hübler­straße und der Ampel­schaltung am Schil­ler­platz geht. Frühestens Ende 2014 kann das Stadt­pla­nungsamt dazu eine Aussage machen.

Schulsanierungen und -Neubau bleiben weiter ein Thema. Was ist 2014 zu erwarten?

Die Sanierung des Erlwein-Gymna­siums in Gruna soll bis zum Sommer abgeschlossen, auch die neue Sport­halle soll zum neuen Schuljahr 2014/15 wie geplant fertig sein. So können die Schüler und Lehrer die bevor­ste­henden zwei Jubiläen in einem würdigen Rahmen feiern: das 100-jährige Bestehen des Schul­ge­bäudes sowie 150 Jahre Schule in Gruna.

Beschlossene Sache ist der Neubau der 32. Oberschule und des Gymna­siums Tolkewitz an der Wehlener Straße auf dem Gelände des ehema­ligen Straßen­bahnhofs. Im 1. Quartal 2014 beginnt das förmliche Verga­be­ver­fahren für die Planungs­leis­tungen. Vorge­sehen ist der Baubeginn im 1. Quartal 2016 und die Fertig­stellung im 1. Halbjahr 2018.

Der Schulkomplex ist Bestandteil eines Entwicklungsplans für das Gebiet Tolkewitz/Seidnitz. Erste Pläne wurden im November/Dezember im Ortsamt Blasewitz ausgestellt. Wie geht es jetzt weiter?

Eine Fachjury hat aus Wettbe­werbs­bei­trägen von fünf Planungs­büros das von einem Leipziger Büro für Archi­tektur, Landschafts­ar­chi­tektur und Städtebau ausge­wählt, das die Leitidee »Nachbar­schaft bilden, Identität stärken« verfolgt. Ziel ist die Aufwertung und die Entwicklung des Stadt­quar­tiers. Das Konzept wird jetzt konkre­ti­siert und in den nächsten Monaten öffentlich zur Diskussion gestellt.

Sie hatten sich 2013 gewünscht, dass verschandelte Elektrokästen gesäubert und verschönert werden. Wie war die Resonanz?

Jetzt sind endlich einige dieser Schand­flecke verschwunden. In Altgruna und auf der Boden­bacher Straße sind schöne Bildmotive auf Vertei­ler­kästen entstanden. Jugend­liche vom Verein Spike haben hier Hand angelegt.

Welche Ereignisse werden 2014 eine Rolle spielen?

Auf alle Fälle die Wahlen am 25. Mai und am 31. August. Ab September wird der Ortsbeirat in neuer Zusam­men­setzung über die Entwicklung im Stadtteil mitbe­stimmen. Die Bürger können sich wieder bei der Elbwie­sen­rei­nigung und der Aktion »Sauber ist schöner« vom 7. bis 12. April einbringen. Hier würden wir uns über noch mehr Initiative freuen, auch über eine rege Betei­ligung an öffent­lichen Diskus­sionen, z. B. über den neuen Parkplatz an der Elbe oder den Wissen­schafts­standort Ost. Und natürlich werden wir gemeinsam feiern, beim Grunaer Brunnenfest, beim Brücken­schlagfest oder beim Schul­ju­biläum in Gruna.

Für die »Blase­witzer Zeitung« fragte Christine Pohl.

Christine Pohl

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