Filmplakatkunst im Kraszewski-Museum

»Magisch anziehende« Pagowski-Filmplakate in Dresden

Veröffentlicht am Mittwoch, 5. April 2017

Das Museum für Kinematografie in Lodz hat aus seinem riesigen Bestand eine Auswahl von fünfzig Pagowski-Filmplakaten in das Kraszewski-Museum nach Dresden gebracht. Im Ambiente der historischen Villa wirken die Poster im Rahmen auf besondere Weise, magisch anziehend, so Künstler Andrzej Pagowski. Mit den vorhergehenden Veranstaltungen über die Filmgrößen Roman Polanski, Krzyztof Kieslowski und Agniezka Holland weitet das Kraszewski-Hauses im Verbund der städtischen Museen den Blick auf das Filmschaffen des Nachbarlandes Polen.

Filmplakat zum Streifen »Wallstreet« mit Michael Douglas in der Hauptrolle, eine Arbeit des polnischen Künstlers Andrzej Pagowski.

Filmplakat zum Streifen »Wallstreet« mit Michael Douglas in der Hauptrolle, eine Arbeit des polnischen Künstlers Andrzej Pagowski.

Foto: Bäumler

Ein »Dime« ist ins Auge geklemmt, Dollar­noten sind ums Gesicht drapiert, auf einem Ausriss sagt die handge­schriebene Legende – Wallstreet-Regie Oliver Stones. Die kunstvoll bizarre Bildkom­po­sition erregt Aufmerk­samkeit, vermittelt auf einen Blick Inhalt und Atmosphäre, weckt Neugier und lockt: ins Kino. Das ist Filmpla­kat­kunst!

Andrzej Pagowski studierte in Posen bei Waldemar Swierzy, der die hohes Ansehen und inter­na­tio­nalen Ruf genie­ßende polnische Schule der Plakat­kunst begründete. Bereits mit den ersten Produk­tionen seines drastisch abstra­hie­renden Stils setzte Pagowski Zeichen. Sie warben für Filme von Krzyztof Kieslowski, Andrzej Wajda und Roman Polansky. Mit den Künstlern wurden auch ihre Werbe­plakate außerhalb Polens bekannt und als Sammel­ob­jekte der eigen­stän­digen Kunst­gattung Plakat begehrt.

Das Arbeitsfeld Pagowskis weitete sich in den 80er Jahren über Filmkunst hinaus in die Bereiche der Theater-, Musik-, Ausstel­lungs- und Veran­stal­tungs­werbung aus. Seine 1990 gegründete Agentur »Studio P« entwi­ckelte sich zu einer Schule des polni­schen Werbe­plakats. Heute schaut der Plakat­künstler und Werbe­gra­fiker Pagowski auf 40 Jahre Schaf­fenszeit zurück, in der 1.300 Plakate aus seiner Hand, davon 350 für Filme, gezeichnet, gemalt und jüngst auch am Tablet produ­ziert worden sind. Die Auflagen lagen bei bis zu 10.000 Blatt.

Das Museum für Kinema­to­grafie in Lodz hat aus seinem riesigen Bestand eine Auswahl von fünfzig Pagowski-Filmpla­katen in das Kraszewski-Museum nach Dresden gebracht. Der Künstler findet diese Präsen­tation sehr glücklich. Im Ambiente der histo­ri­schen Villa wirken die Poster im Rahmen auf besondere Weise magisch anziehend.

Mit den vorher­ge­henden Veran­stal­tungen über die Filmgrößen Roman Polanski, Krzyztof Kieslowski und Agniezka Holland weitet die Pagowski-Ausstellung des Kraszewski-Hauses im Verbund der städti­schen Museen den Blick auf das bedeu­tende Filmschaffen des Nachbar­landes Polen.

Peter Bäumler

Stichworte
Startseite »

Kontakt & weitere Infos

Kraszewski-Museum
Nordstraße 28, 01099 Dresden
www.museen-dresden.de/index.php?node=kraszewskimuseum

Termine

Plakat = Kunst. Polnische Filmplakatkunst von Andrzej Pagowski
bis 16. Juni 2017

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr