Begegnung der Generationen

Veröffentlicht am Dienstag, 10. Oktober 2017

»Stell dir vor, du musst gehen und hast nur diese eine Schachtel.« Unter diesem Motto kamen Jüngere und Ältere ins Gespräch, gestalteten eine Schachtel mit für sie lebenswichtigen Gegenständen. Eine Ausstellung dieser Exponate ist bis Mitte November in der AWO-Begegnungsstätte zu besichtigen.

Die Mädchen Siri, Paula und Charlene (vorn) füllten wie die anderen Teilnehmer ideenreich ihre Schachteln. Foto: Trache

Die Mädchen Siri, Paula und Charlene (vorn) füllten wie die anderen Teilnehmer ideenreich ihre Schachteln.

Foto: Trache

In den Sommer­ferien initi­ierte der Verein Goldstück ein weiteres Projekt, um die junge und ältere Generation zusam­men­zu­bringen. Unter dem Motto »Alte Schachteln« sprachen 22 Dresdner im Alter von sieben bis 90 Jahre gemeinsam über die Frage: »Stell dir vor, du musst gehen und hast nur diese eine Schachtel. Alles, was da hinein passt, darfst du mitnehmen, mehr nicht.«

Frauke Angel, Mitgrün­derin des Goldstück e. V. war ganz begeistert, wie schnell die Jüngeren zu den Älteren eine Beziehung aufbauten. »Einmal kamen die Kinder zu früh und standen lange vor der noch verschlos­senen Tür der AWO-Begeg­nungs­stätte. Sie wollten die ersten sein und konnten es kaum erwarten, dass es weitergeht.« Ursula besucht regel­mäßig die AWO-Begeg­nungs­stätte in Prohlis. »Die Atmosphäre in der AWO ist toll, dank der Leiterin Frau Steglich und ihrem Team«, erzählt die 80-Jährige. So war es für sie keine Frage, an dem genera­ti­ons­über­grei­fenden Projekt teilzu­nehmen. »Wir haben uns gegen­seitig viele Fragen gestellt. Der Umgang mitein­ander war immer voller Achtung.« Die Älteren hatten dabei ebenso Fragen an die Jüngeren wie anders herum. Die Älteren erzählten von ihren Lebens­er­fah­rungen. Da ging es manchmal auch etwas nachdenklich zu. Doch es wurde auch viel gelacht. Alle hatten Freude an der Begegnung. Maria (84) war dagegen zunächst etwas skeptisch. »Ich habe das ganze Leben mit Kindern gearbeitet und hatte einfach Sorge, dass ich das nicht mehr packe.« Doch ihre Sorge war unbegründet. Auch sie hat es nicht bereut, dabei gewesen zu sein. Ebenfalls skeptisch war zunächst der 10-jährige Darius. Er kam etwas schüchtern in die Begeg­nungs­stätte. »Was soll ich hier? Ich kann doch nichts.« Doch dann hat er die anderen kennen­ge­lernt. Zu Ursula fasst er schnell Vertrauen. Sie ermutigte ihn beim Basteln seiner Schachtel. »Am Ende wurde meine Schachtel von allen gelobt«, erzählt er stolz und geht mit viel mehr Selbst­be­wusstsein nach Hause. Wenn sich Ursula und Darius auf der Straße treffen, winken sie sich zu. Die Inhalte der Schachteln sind ganz verschieden. Für Darius ist das Fußball­spielen besonders wichtig und er hat seine Schachtel dem­ensprechend gestaltet. Bei anderen jungen Teilnehmern gehörte das Andenken an das verstorbene Haustier mit hinein.

Die Älteren packten in ihre Schachteln häufig Fotos der Familie, aber auch ganz praktische Dinge wie eine Lesebrille, Haftcreme, Klopapier oder eben auch Ausweise, um in der Fremde seine Identität nachweisen zu können. Die Ergeb­nisse des Projekts sind in einer Ausstellung in den Räumen der AWO-Begeg­nungs­stätte Prohlis, Prohliser Allee 31, noch bis Mitte November zu sehen. Ab 21. November 2017 wird die Ausstellung in den Räumen des KIEZ im Prohlis­Zentrum gezeigt.

Claudia Trache

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Kontakt & weitere Infos

AWO-Begegnungsstätte
Prohliser Allee 31
www.mein-goldstueck.org
www.facebook.com/unser.goldstueck

Öffnungszeiten

Montag, Dienstag, Donnerstag 9.30 bis 16 Uhr

Mittwoch 11.30 bis 16 Uhr

Freitag 9 bis 15 Uhr