Drei Künstler, zwei Kalender

Kunstkalender aus dem Hause Pertermann

Veröffentlicht am Dienstag, 17. November 2015

Die Kunstkalender aus dem Hause Pertermann dürften inzwischen Kultstatus genießen. In diesem Jahr präsentiert der Verlag gleich zwei dieser raren Sammlerstücke. Mit „Verwunschene Orte III“ knüpft Fotograf David Pinzer an zurückliegende Erfolge an. Pinzer richtet den Blick auf verlassene Restaurants und ... weiterlesen

Die Kunstkalender aus dem Hause Pertermann dürften inzwischen Kultstatus genießen. In diesem Jahr präsentiert der Verlag gleich zwei dieser raren Sammlerstücke. Mit „Verwunschene Orte III“ knüpft Fotograf David Pinzer an zurückliegende Erfolge an. Pinzer richtet den Blick auf verlassene Restaurants und schlummernde Konzertsäle, auf ehemals prachtvolle Villen. Auch ein zugewucherter Autofriedhof in einem schwedischen Wald findet sich unter den teils surreal anmutenden Motiven. Zugleich überraschen die Aufnahmen durch ihre eigentümliche Ästhetik, die den Betrachter in eine Parallelwelt abseits perfekt sanierter Innenstädte und konfektionierter Shopping-Center führt.

Thomas Pertermann entwickelte schon früh eigene künstlerische Ambitionen, studierte neben Maschinenbau Kunst und Grafik. Die Bekanntschaft mit Thomas Retzlaff geht auf die 1970er Jahre zurück. Gemeinsam besuchten sie die selbe Schule und trafen sich auch beim Jugendkurs der Hochschule für die Bildenden Künste wieder. Zwischenzeitlich hatten sich die Beiden aus den Augen verloren.

Jahrzehnte später wurde die Bekanntschaft erneuert. Retzlaff hatte sich inzwischen als Grafiker in Radebeul niedergelassen, Pertermann betrieb eine Druckerei in der Äußeren Neustadt. Schnittmengen waren schnell gefunden. Dritter in der Runde wurde André Uhlig. Ihn und Markus Retzlaff verbindet eine langjährige Künstlerfreundschaft, die nun im Projekt eines gemeinsam gestalteten Kalenders vergegenständlicht wurde.

„Wege 2016“ heißt das Werk. Der Kalender vereint Grafiken beider Künstler, die sich mit dem Sujet Heimatverbundenheit auseinandersetzen. Sie tragen Titel wie „Weinberg im Frühling“ oder „Dem Abend entgegen“ und werden von warmen Farben getragen. Es ist ungewöhnlich, dass sich zwei Künstler zu gemeinsamer Arbeit zusammenfinden. André Uhlig freut sich: „Eigentlich geht das, was wir gemacht haben, überhaupt nicht, aber die Arbeit war der pure Genuss.“ Wir stehen zu unserer Heimat, ist die Botschaft. Diese Heimat ist das Elbtal. Was scheinbar als reine Ästhetik rüberkommt, ist Ergebnis präziser Arbeit. Man glaubt es Markus Retzlaff gern, wenn er sagt, dass ihn das Thema ein ganzes Jahr lang beschäftigt hat.

Beide Kalender sind echte Raritäten. Alle Motive haben mit Entschleunigung zu tun, Art und Form distanzieren sich von den neuen Medien. Alle fünf Sinne werden angesprochen. „Wir haben das Geflacker bewusst weggelassen.“ fasst Thomas Pertermann zusammen.

Steffen Möller

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