Fernblick vom Fernsehturm in weiter Ferne?

Fernsehturmverein will Gelände wiederbeleben

Veröffentlicht am Mittwoch, 28. Juni 2017

Seit 1991 ist der Fernsehturm nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Er wird nur noch für technische Zwecke genutzt. Seit Jahren bemüht sich der Förderverein Dresdner Fernsehturm darum, dass er wiederbelebt wird. In einer Studie wurde untersucht, ob ein Café oder eine Aussichtsplattform wieder entstehen könnten…

Der Fernsehturm ist mit seiner Höhe von 252 Metern ein unübersehbares Wahrzeichen für ganz Dresden. Der 1969 in Betrieb genommene Turm wurde am 30. Juni 1991 für die Öffentlichkeit geschlossen. Foto: Pohl

Der Fernsehturm ist mit seiner Höhe von 252 Metern ein unübersehbares Wahrzeichen für ganz Dresden. Der 1969 in Betrieb genommene Turm wurde am 30. Juni 1991 für die Öffentlichkeit geschlossen.

Foto: Pohl

Ende Mai stellte sich der Verein Fernsehturm Dresden in der »DankBar« im Kaufpark Nickern vor. Sein Ziel ist die Öffnung des Dresdner Fernseh­turms samt Café und Aussichts­plattform möglichst zum 50. Jahrestag des Turms im Oktober 2019. Anvisiert ist die Errichtung eines futuris­ti­schen Gebäu­de­kom­plexes auf den Grund­mauern der ehema­ligen »Fußgast­stätte« mit wissen­schaft­lichem Erleb­nis­cha­rakter, einer Panora­ma­gast­stätte sowie Parkan­lagen. Als drittes eine urbane Seilbahn als dominie­rendes modernes Verkehrs­mittel von der linksel­bi­schen Seite zum Standort Fernsehturm. Unter­stützt wird die Wieder­eröffnung des Fernseh­turms unter anderem auch vom bekannten Dresdner Kabaret­tisten Uwe Steimle.

Im Mai vergan­genen Jahres übergaben Mitglieder des Vereins an den Minis­ter­prä­si­denten Tillich ein Exposé, in dem sie Lösungs­vor­schläge für die Wieder­nutzung des Geländes rund um den Fernsehturm unter­brei­teten. Im November 2016 wurde eine Machbar­keits­studie in Auftrag gegeben, gemeinsam finan­ziert von der Deutschen Funkturm, dem Freistaat Sachsen und der Landes­haupt­stadt Dresden. Überprüft wurden verschiedene Lösungs­an­sätze zur Revita­li­sierung des Fernseh­turm­ge­ländes. Unter­sucht wurden dabei folgende Varianten:

1a. Turmgas­tro­nomie und Besucher­plattform,
1b. Gastro­nomie am Turmfuß und Besucher­plattform,
2. Turmgas­tro­nomie, Besucher­plattform und Seilbahn,
3. Turmgas­tro­nomie, Besucher­plattform, Seilbahn und »Televersum« mit Museum, Kino und Plane­tarium.

Wieder und wieder war vom Verein gefordert worden, die schon länger vorlie­gende Machbar­keits­studie zu veröf­fent­lichen. Am 20. Juni 2017 wurde sie den Mitgliedern des Vereins kurz erläutert und zwei Tage später im Stadtrat vorge­stellt. Fazit des Betreibers, Deutsche Funkturm GmbH: »Die Machbar­keits­studie bestätigt, dass die vergan­genen Initia­tiven zur Wieder­eröffnung des Dresdener Fernseh­turms nicht ohne Grund gescheitert sind. Unter den gegebenen Rahmen­be­din­gungen ist eine Wieder­eröffnung wirtschaftlich nicht darstellbar.«

Die beiden Varianten 2 und 3 mit Turmgas­tro­nomie und Seilbahn wurden als nicht reali­sierbar einge­stuft. Eine Seilbahn wäre z.B. nicht geneh­mi­gungs­fähig, auch weil private Grund­stücke betroffen seien.

Die Kosten – je nach Variante  grob geschätzt – liegen zwischen 15,5 und 61,5 Millionen Euro.

Vor dem Stadtrat brach Vereins­vor­sit­zender Eberhard Mittag eine Lanze für die Wieder­be­lebung des Turms. In der anschlie­ßenden Debatte gab es Für und Wider. Ganz vom Tisch ist das Thema noch nicht. Für OB Dirk Hilbert ist die Studie »eine sachliche Gesprächs­grundlage für alle Betei­ligten«. Aber: »Eine einseitige steuer­fi­nan­zierte Lösung mit jährlichen Subven­tionen aus der Stadt­kasse kann ich mir nicht vorstellen.«

Der Verein will jeden­falls nicht aufgeben, die Stadträte wollen nach der Sommer­pause weiter disku­tieren.

Claudia Trache/Christine Pohl

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