Eine schmerzliche Lücke

Chorleiterabschied beim Kreuzchor mit China-Tournee

Veröffentlicht am Samstag, 21. Oktober 2017

Der Dresdner Kreuzchor muss in der neuen Spielsaison den Weggang des langjährigen Chordirigenten Peter Kopp verkraften.

Bei der Vorstellung der Saisonhöhepunkte: Peter Kopp (Chordirigent), Roderich Kreile (Kreuzkantor), Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Frauke Roth, Intendantin Dresdner Philharmonie (v. l.). Foto: Sd

Bei der Vorstellung der Saisonhöhepunkte: Peter Kopp (Chordirigent), Roderich Kreile (Kreuzkantor), Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Frauke Roth, Intendantin Dresdner Philharmonie (v. l.).

Foto: Sd

Unter dem Leitmotiv »In der Welt zu Gast – In Dresden zu Hause« will der Dresdner Kreuzchor in seiner nächsten Spiel­saison mit mehr als 40 Konzerten im In- und Ausland seinen Weltruf ausbauen. Vom 10. bis 24. Oktober 2017 reisen die Kruzianer unter der Leitung des schei­denden Chordi­ri­genten Peter Kopp zum dritten Mal nach China, wo sie in mehreren Millio­nen­städten wie Shanghai, Sou­zhou und Dresdens Partner­stadt Hang­zhou gastieren. Hinzu kommen mehr als 40 litur­gische Dienste in der Kreuz­kirche, also Vespern und Metten sowie 22 Gottes­dienste, unter anderem der Festgot­tes­dienst anlässlich 500 Jahre Refor­mation am 31. Oktober 2017. Dem Dresdner Kreuzchor gehören in diesem Jahr 130 Kruzianer an. In die 4. Klasse wurden 20 neue Kruzianer aufge­nommen. 19 weitere Jungen lernen in der Vorbe­rei­tungs­klasse 3.

Eine schmerz­liche Lücke beim Kreuzchor wird derzeit gerissen. Chorleiter Peter Kopp nimmt noch im Oktober seine neue Arbeit als Rektor der Evange­li­schen Hochschule für Kirchen­musik in Halle auf und leitet dann neben seiner dortigen Dozen­ten­tä­tigkeit den Hochschulchor. Kopp hat den Kreuzchor 22 Jahre geleitet und damit maßgeblich geprägt. Sein Nachfolger wird Wolfgang Behrend, der in früherer Zeit bereits als Assistent des Kreuz­kantors tätig war und ein hohes Maß an langjäh­riger Erfahrung in der Leitung von größeren Chören und Orchestern nachweisen kann.

Der nächste Höhepunkt nach der China-Tournee folgt im Dezember mit drei, inzwi­schen tradi­tio­nellen, Konzerten im Konzerthaus Berlin. Unter der Leitung von Kreuz­kantor Roderich Kreile musiziert der Dresdner Kreuzchor dort mit dem Konzert­haus­or­chester Berlin. Die Kammer­aka­demie Potsdam übernimmt am 10. Februar 2018, im Konzert zum Gedenken an den Zweiten Weltkrieg in der Kreuz­kirche, den Orches­terpart in Wolfgang Amadeus Mozarts »Requiem«. Erstmalig werden die Kruzianer in der neuen Saison mit den Wiener Sänger­knaben koope­rieren. Sie sind am 3. Juni 2018 im Rahmen der Dresdner Musik­fest­spiele in der Kreuz­kirche zu Gast.

Eine langjährige Zusam­men­arbeit verbindet den Chor darüber hinaus mit der Dresdner Philhar­monie, die tradi­tionell bei den Auffüh­rungen des „Deutschen Requiems“ von Johannes Brahms und bei den Oratorien und Passionen von Johann Sebastian Bach mitwirkt. Im Kultur­palast wollen die beiden städti­schen Ensembles eine neue Konzert­reihe begründen.

Start ist am 18. März 2018 mit einem Choror­gel­konzert. Mit einer Sommer­tournee durch Deutschland vom 25. Juni bis 9. Juli 2018 wird die Saison des Kreuz­chores ausklingen.

Fest im Terminplan steht auch das Advents­konzert im Dresdner Stadion am 22. Dezember 2017 und das Stadt­konzert im Haupt­bahnhof Dresden am 28. April 2018. Kultur­bür­ger­meis­terin Annekatrin Klepsch hob den hohen Werbe­faktor des Chores für die Stadt hervor und bekräf­tigte die konse­quente Unter­stützung aus dem städti­schen Haushalt. Der Jahresetat 2017 beträgt 2,8 Millionen Euro, davon sind 2,2 Millionen Euro feste Zuschüsse der Landes­haupt­stadt Dresden.

Steffen Dietrich

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