Im Zeichen der Sechs

Der Heimatverein Niedersedlitz feiert ein besonderes Jubiläum

Veröffentlicht am Freitag, 18. März 2016

Am 13. Januar 2010 gründeten 12 Niedersedlitzer Einwohner den Heimatverein. Als erstes Projekt nahm man sich gleich die Rückkehr der Statue des Blumenmädchens, im Volksmund wegen ihrer leichten Bekleidung "die Nacksche" genannt, in den Stadtteil vor. Man organisierte damals außerdem ein Fest zum hundertjährigen Bestehen der Blumensiedlung. Eine Übersicht aller Aktivitäten findet man auf der Internetseite.

Eine der regelmässigen Veranstaltungen des Vereins ist der Kinderfasching. Am 30. Januar 2016 feierten rund 300 Kinder und ihre Eltern mit. Sie kommen u. a. aus Niedersedlitz und Luga. Foto: Ulrich Clemens

Eine der regelmässigen Veranstaltungen des Vereins ist der Kinderfasching. Am 30. Januar 2016 feierten rund 300 Kinder und ihre Eltern mit. Sie kommen u. a. aus Niedersedlitz und Luga.

Foto: Ulrich Clemens

Alles begann 2009. Im Internet lernten sich die begeis­terten Sammler histo­ri­scher Postkarten von Nieder­sedlitz Gerhard Krause und Wolfgang Krusch kennen, weil sie sich bei Verstei­ge­rungen der begehrten Objekte immer gegen­seitig überboten. Man traf sich, erzählte sich viel über die Geschichte des Stadt­teils und Gerhard Krause regte an, einen Verein zur Förderung des Gemein­schafts­ge­fühls in Nieder­sedlitz zu gründen. Dabei sollte es nicht nur um dessen Geschichte gehen. Bei Vorträgen, die die beiden hielten, stießen weitere Inter­es­senten dazu, und am 13. Januar 2010 gründeten 12 Nieder­sed­litzer Einwohner den Heimat­verein.

Als erstes Projekt nahm man sich gleich Großes vor. Man wollte die Rückkehr der Statue des Blumen­mäd­chens, im Volksmund wegen ihrer leichten Bekleidung »die Nacksche« genannt, in den Stadtteil organi­sieren. Diese war 1950 von ihrem ursprüng­lichen Standort im Nieder­sed­litzer Park aus nicht bekannten Gründen auf den Hepke­platz in Striesen versetzt worden. Dafür wurde Geld benötigt und 2011 fand das inzwi­schen zur Tradition gewordene erste »Parksingen« in eben jenem Nieder­sed­litzer Park statt, vor allem um Spenden zu sammeln. Die Idee war erfolg­reich und bereits im Juni 2012 konnte die Wieder­ein­weihung der »Nackschen« gefeiert werden. »2012 war überhaupt ein sehr ereig­nis­reiches und im positivem Sinne stres­siges Jahr für uns«, berichtet der Vereins­vor­sit­zende Wolfgang Krusch. Man organi­sierte damals außerdem ein Fest zum hundert­jäh­rigen Bestehen der »Blumen­siedlung«, die ab 1912 im Sinne der Garten­stadt­be­wegung entstand. Und eine Reihe von mittler­weile zur Tradition gewor­denen Veran­stal­tungen fanden erstmals statt, so zum Beispiel der Nieder­sed­litzer Frühjahrsputz, die Gedenk­feier am Gefal­le­nen­denkmal am Volks­trau­ertag und das Oster­feuer. Inzwi­schen sind weitere jährliche Veran­stal­tungen hinzu gekommen, wie die Betei­ligung am Dresdner Kollo­quium für Stadt­teil­ge­schichte, das Gedenken an den Volks­auf­stand des 17. Juni, der Nieder­sed­litzer Kinder­fa­sching usw. usf. Darüber hinaus setzte man sich für alltäg­liche Dinge ein, wie die Schaffung von »Tempo-30-Zonen«. Eine Übersicht aller Aktivi­täten findet man auf der Inter­net­seite.

Gerhard Krause verstarb leider inzwi­schen und ihm zu Ehren pflanzte der Verein einen »Baum der Erinnerung« im letzten Jahr. Doch es geht weiter. »Wir haben das Glück, dass in unserem Verein viele sehr aktiv sind und viel Zeit in das Ehrenamt inves­tieren«, berichtet Wolfgang Krusch. Angesichts der vielen Aktivi­täten sind weitere Engagierte zur Unter­stützung herzlich einge­laden, mitzu­machen.

In diesem Jahr gibt es viele Gründe zum Feiern. Der Heimat­verein wurde sich bewusst, dass nicht nur das 6. Jubiläum der Vereins­gründung vor der Tür steht, sondern auch der 66. Jahrestag der Einge­meindung von Nieder­sedlitz nach Dresden. Und: Vor 666 Jahren wurde der Stadtteil erstmals urkundlich erwähnt! Ein rechtes Schnaps­zahl­ju­biläum! Dazu soll ein Fest statt­finden (die »Prohliser Zeitung« berichtete im Februar). »Wir hatten die Idee und wir haben andere Vereine und Initia­tiven aufge­rufen, mitzu­machen. Für uns allein als Verein ist die Umsetzung gar nicht möglich, es soll ein gemein­sames Fest von Partnern und Menschen aus dem Stadtteil werden. Dafür braucht man ein Netzwerk«, so Wolfgang Krusch. Er und seine Mitstreiter freuen sich, wenn sich weitere Nieder­sed­litzer Bürger, Akteure und Initia­tiven an der Reali­sierung dieses Festes betei­ligen wollen.

Ronny Feigenspan

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