Jugend spielt Theater im »Roten Baum«

Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2016

Die Aufführung der Jugendlichen im Jugendzentrum Roter Baum bildete den Höhepunkt einer arbeitsreichen Zeit, in der sie enorme Kreativität und Spielfreude entwickelten. Dem Publikum hat das Ergebnis sichtlich gefallen.

Geschafft! Die Premiere ist gelaufen, der Erfolg belohnt die monatelange Arbeit der jungen Darstellerinnen und Darsteller. Foto: Möller

Geschafft! Die Premiere ist gelaufen, der Erfolg belohnt die monatelange Arbeit der jungen Darstellerinnen und Darsteller.

Foto: Möller

Jugend­zentrum »Roter Baum«, Oberge­schoss. Nach und nach füllt sich der Raum. Die Sitzge­le­gen­heiten eher alter­nativ, die Atmosphäre locker entspannt. Auf der Bühne beherrscht die Dreier­sitz­gruppe eines jener Klein­busse das Bild, mit denen aktive Senioren mitunter ihre Ausflüge unter­nehmen. Am 16. Juni aber stand eine andere Generation im Mittel­punkt, genauer gesagt junge Leute kurz vor der Jugend­weihe. Gemeinsam mit der angehenden Theater­päd­agogin Angela Töpfer hatten sie ein Stück einstu­diert, das sich mit den Wünschen, Visionen und Träumen aber auch mit den Zukunfts­ängsten junger Menschen von heute ausein­an­der­setzte: »Zukunft. Eine Komödie.«

Das Sujet also war anspruchsvoll gewählt, auf die Umsetzung durfte man gespannt sein. Grund­sätzlich wurden ziemlich dicke Bretter gebohrt.

Umso bemer­kens­werter der humor­volle Ernst und die völlig unkon­ven­tio­nellen Sicht­weisen, mit dem bzw. mit der sich die Darstel­le­rinnen und Darsteller der durchaus komplexen Proble­matik näherten. Surrea­lis­tische Szenarien wurden immer wieder von realen Nachrichten unter­brochen. Die Zuschauer sahen sich mit einer Welt konfron­tiert, in der die Maschinen zu regieren schienen. Gleich­zeitig wurde die Verein­samung des Indivi­diums in einem durch und durch techni­siertem Umfeld thema­ti­siert. Die Handlung bewegte sich mäandernd zwischen Traum­welten und Realität. Von der veganen Grill­party im Freun­des­kreis ging es schnur­stracks in den Bezie­hungs­alltag eines jungen Paares in der gemein­samen WG. Am Ende stand die Einsicht, dass manche Wünsche zeitlos universal sind: Job, Partner­schaft, Familie, persön­liches Glück.

Angela Töpfer ist es gelungen, das kreative Potential ihrer sechs Schütz­linge zu wecken. Seit Februar hatten Kassandra, Josie, Matilda, Sabine, Mike und Paul Texte geschrieben und Spiel­szenen geprobt.

Die Aufführung bildete den Höhepunkt einer arbeits­reichen Zeit, in der die Jugend­lichen enorme Kreati­vität und Spiel­freude entwi­ckelten. Dem Publikum hat das Ergebnis sichtlich gefallen. Ob es bei dieser einen Aufführung bleibt, wird die Zukunft zeigen.

Steffen Möller

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