Kuscheliges für Eichhörnchen

Veröffentlicht am Mittwoch, 11. April 2018

Seit Jahren kümmert sich Jaqueline Gräfe um hilfsbedürftige Eichhörnchen. Damit diese kuschelige Ersatznester bekommen, hat sie die Strick-Feen vom Leuben-Treff mobilisiert.

Jaqueline Gräfe (stehend) ist dankbar für die Hilfe der »Strick-Feen« aus dem Leubentreff. Foto: Trache

Jaqueline Gräfe (stehend) ist dankbar für die Hilfe der »Strick-Feen« aus dem Leubentreff.

Foto: Trache

Der Leuben­treff der Volks­so­li­da­rität in der Reisstraße 7 hält ein vielfäl­tiges Freizeit­an­gebot bereit. Immer dienstags, von 15.30 bis 18 Uhr, treffen sich seit vielen Jahren die »Strickfeen«. Das ist die Handar­beits­gruppe von Marikka Riedel, Leiterin des Leuben­treffs. Gemeinsam stricken und häkeln sie, tauschen Erfah­rungen und Ideen aus. Im Herbst vergan­genen Jahres kam Jaqueline Gräfe mit einem ganz beson­deren Anliegen auf Marikka Riedel zu. Als Ur-Leube­nerin kennt sie den Leuben­treff und fragte an, ob die Frauen dieser Handar­beits­gruppe auch Kuschelwerk für Eichhörnchen anfer­tigen würden, die sie für die Schütz­linge in ihrer Auffang­station benötigte. Alle waren sofort begeistert. »Wir helfen auch anderen und stricken für die Aktion ›Weihnachten im Schuh­karton‹ Mützen, Schals und Handschuhe«, erzählen die Strick­feen. So häkelten sie Hänge­matten und kuschelige Unter­schlupf­mög­lich­keiten, die den Kobeln, also den Nestern der Eichhörnchen, nachemp­funden sind. Jaqueline Gräfe brachte entspre­chend Wolle mit. Insgesamt zehn derartige Kuschel­nester helfen Jaqueline Gräfe seitdem bei der Betreuung der Eichhörnchen.

Begonnen hat alles 2015. Da kam in ihrem Garten ein Eichhörnchen auf sie zugelaufen. Wie sie inzwi­schen weiß, verhalten sich diese Wildtiere gegenüber dem Menschen nur so, wenn sie Hilfe benötigen. Bei einer Greif­vo­gel­hilfe in Weinböhla fand sie fachliche Beratung und Unter­stützung im richtigen Umgang mit diesem Eichhörnchen. Sie päppelte das Tier auf, statio­nierte eine Auswil­de­rungs­vo­liere in Zschachwitz und brachte das Tier nach ein paar Wochen dort hin. Die Auswil­de­rungs­vo­liere dient dazu, dass die Tiere ihre Umgebung nach und nach kennen­lernen. Anfangs kommen sie immer wieder in die Voliere zurück, bis sie sich in der neuen Umgebung eingelebt und ein Nest gebaut haben.

Dresdnerin des Jahres

Jaqueline Gräfe betreibt in Sachsen ehren­amtlich eine von vier Auffang­sta­tionen und ist Mitglied im deutsch­landweit tätigen Verein Eichhörnchen-Notruf e. V. Unter der Hotline 0700 20020012 können sich Menschen melden, die verletzte Eichhörnchen gefunden haben, weil sie zum Beispiel bei einem Autounfall angefahren worden oder bei Baumfäl­lungen aus dem Nest gestürzt sind. Das Notruf­te­lefon ist sieben Tage in der Woche von 10 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr besetzt, auch an den Feier­tagen. Je nachdem, wo sich das Tier befindet, macht sich einer der Ehren­amt­lichen auf den Weg, um es in Obhut zu nehmen. Im letzten Jahr ist Jaqueline Gräfe bis nach Bad Lausick gefahren, um ein 16 Gramm leichtes einzelnes Tier abzuholen, das bei einem Sturm aus dem Nest gefallen ist. Sie hat es erfolg­reich aufge­päppelt und ausge­wildert. Rund 100 Eichhörnchen hat die 50-Jährige bisher betreut. Für ihr ehren­amt­liches Engagement wurde sie 2016 als Dresd­nerin des Jahres ausge­zeichnet. »Wir Menschen nehmen der Natur so viel. Ich möchte einfach etwas zurück­geben«, sagt sie über ihre Motivation.

Claudia Trache

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Kontakt & weitere Infos

www.eichhoernchen-notruf.com