Nachtcafé für Wohnungslose in Blasewitz

23. Nachtcafésaison in Dresden-Blasewitz

Veröffentlicht am Freitag, 10. November 2017

Vom 1. November 2017 bis Ende März 2018 öffnen wieder die Nachtcafés für Bedürftige. In Dresden lädt an jedem Tag einer Woche eine andere Kirchgemeinde dazu ein. Jeden Donnerstag, ab 20 Uhr, bietet in Loschwitz die Kirchgemeinde den Bedürftigen eine warme Unterkunft.

Pfarrer Markus Deckert (2.v.l.) übergab Ehrenamtskoordinator Wolf-Dietrich Engel (m.) eine reich bebilderte, in einfacher Sprache verfasste Bibel. Foto: Trache

Pfarrer Markus Deckert (2.v.l.) übergab Ehrenamtskoordinator Wolf-Dietrich Engel (m.) eine reich bebilderte, in einfacher Sprache verfasste Bibel.

Foto: Trache

Loschwitz. Am 1. November 2017 begann die nunmehr 23. Nacht­ca­fé­saison in Dresden. Auch in diesem Jahr wird täglich eine der sieben betei­ligten Kirch­ge­meinden ihre Türen für Wohnungslose öffnen. Bis zum 31. März 2018 finden Bedürftige von 20 Uhr bis 7 Uhr eine warme und freund­liche Aufent­halts­mög­lichkeit. Bis 23 Uhr ist jeweils Einlass. Jeden Donnerstag bietet die Kirch­ge­meinde Loschwitz, Grund­straße 36, einen warmen Raum, um sich auszu­ruhen, etwas zu essen, zu duschen oder über Nacht die Wäsche waschen zu lassen. Die Gäste bezahlen dafür einen Euro pro Nacht.

»Das Nachtcafé ist für unsere Gäste ein Zuhause«, so Wolf-Dietrich Engel. »Wir lassen sie so sein, wie sie ankommen. Wer das Bedürfnis nach einem Gespräch hat oder einen Rat braucht, für den haben wir aber auch ein offenes Ohr.« Der 71-Jährige ist seit 2014 ehren­amt­licher Koordi­nator des Nacht­cafés in Loschwitz. Unter­stützt wird er, wie auch alle anderen Nacht­cafés, von haupt­amt­lichen Mitar­beitern der Dia­konie Stadt­mission Dresden. Wolf-Dietrich Engel sieht das Nachtcafé als notwendige Aufgabe, um den bedürf­tigen Gästen zu helfen. Er möchte mit seinem Engagement aber auch dazu beitragen, die Gemein­de­arbeit zu stärken. In dieser Saison arbeitet er mit 26 ehren­amt­lichen Helfern, die zwischen einem und acht Diensten in der Saison absol­vieren. Abend-, Nacht- und Morgen­schicht müssen abgedeckt werden. In der Abend- und Nacht­schicht unter­stützt ein festan­ge­stellter Mitar­beiter die Ehren­amt­lichen. »Wir freuen uns immer wieder über neue Helfer«, betont Engel.

Essen ausgeben, Isomatten und Schlaf­sachen verteilen gehört ebenso zu den Aufgaben wie das nächt­liche Waschen der Wäsche der Gäste und das Vorbe­reiten des Frühstücks. Als Spender stehen der Kirch­ge­meinde Loschwitz, neben der Dresdner Tafel, die Bäckerei Wippler am Körner­platz zur Seite, ebenso wie die Bäckerei Walther, Feinkost und Fleischerei Müller sowie die Küche des Diako­nis­sen­kran­ken­hauses. Zwischen sieben und 22 Gäste nutzten in der vergan­genen Nacht­ca­fé­saison das Angebot in Loschwitz. Dank großzü­giger Spenden des Förder­vereins des Seniorenbegegnungszen­trums »Bühlowh« sowie einer privaten Spenden­sammlung einer ehema­ligen Helferin konnte dieses Nachtcafé kürzlich mit einer neuen Wasch­ma­schine, einem Trockner, mit Decken sowie einem Geschirr­spüler ausge­stattet werden.

Einmal im Jahr bietet das Gesund­heitsamt die Grippe­schutz­impfung im Loschwitzer Nachtcafé an. Dieser Termin wird recht­zeitig auch in allen anderen Nacht­cafés bekannt­ge­geben. »Alle Nacht­cafés stehen durch den Koordi­nie­rungs­kreis in engem Kontakt zuein­ander«, betont Wolf-Dietrich Engel die gute Zusam­men­arbeit.

Claudia Trache

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