Nachtcafé für Wohnungslose in Leuben

23. Nachtcafésaison in Dresden-Leuben

Veröffentlicht am Dienstag, 7. November 2017

Vom 1. November 2017 bis Ende März 2018 öffnen wieder die Nachtcafés für Bedürftige. In Dresden lädt an jedem Tag einer Woche eine andere Kirchgemeinde dazu ein. Jeden Mittwoch, ab 20 Uhr, bietet In Leuben die katholische Kirchgemeinde »Heilige Familie« den Bedürftigen eine warme Unterkunft. In Laubegast öffnet die Christophoruskirche dienstags ihre Türen.

Gäste und Helfer sitzen beim Abendessen zusammen an einem Tisch. Michael Laske (2. v. l.) betreut als Ehrenamtskoordinator seit etwa zehn Jahren das Nachtcafé. Foto: Trache

Gäste und Helfer sitzen beim Abendessen zusammen an einem Tisch. Michael Laske (2. v. l.) betreut als Ehrenamtskoordinator seit etwa zehn Jahren das Nachtcafé. Foto: Trache

Foto: Trache

Die 23. Dresdner Nacht­ca­fé­saison startete tradi­tionell am 1. November 2017. An diesem Mittwoch öffnete die katho­lische Kirch­ge­meinde »Heilige Familie«, Meußlitzer Straße 108, als erste Gemeinde ihre Türen für die Wohnungs­losen. Bis zum 31. März 2018 stehen hier immer mittwochs von 19 bis 7 Uhr des nächsten Tages ehren­amt­liche Helfer bereit, um die Gäste zu empfangen, ihnen ein warmes Essen und eine Schlaf­ge­le­genheit anzubieten und bei Bedarf auch über Nacht deren Wäsche zu waschen. Seit etwa zehn Jahren betreut Michael Laske als ehren­amt­licher Koordi­nator dieses Nachtcafé. Jeden Sonntag zum Gottes­dienst legt er die Liste aus, in die sich die Helfer eintragen können. Viele übernehmen nur einen Dienst in der Saison, aber auch das ist eine große Hilfe. »Am Ende der Saison 16/17 waren es bis zu 70 Helfer. Diese kommen nicht nur aus unserer Gemeinde, sondern auch aus den benach­barten evange­li­schen Gemeinden von Leuben, Loschwitz, Nieder­sedlitz und Kleinz­schachwitz sowie den katho­li­schen Gemeinden in Striesen, Johann­stadt und der Studen­ten­ge­meinde, aber auch einfach aus dem Wohngebiet«, erzählt Michael Laske. Die Ehren­amt­lichen werden dabei von vier haupt­amt­lichen Mitar­beitern der Diakonie Stadt­mission Dresden und des Kirch­spiels Dresden-Neustadt unter­stützt. »Diese Haupt­amt­lichen werden nur über Spenden finan­ziert«, betont Michael Laske.

Alle Bedürf­tigen, egal welcher Herkunft, sind im Nachtcafé willkommen. Die Hausordnung ist inzwi­schen in 13 Sprachen verfasst. Alle Nacht­cafés sind auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Das warme Essen erhält das Nachtcafé der »Heiligen Familie« von verschie­denen First Class-Hotels der Stadt. Von der Dresdner Tafel und der Bäckerei Matzker sowie dem Party­service Höfer werden weitere Lebens­mittel zur Verfügung gestellt. Die ortsan­sässige Firma Radio Hanel hat die kostenlose Prüfung bzw. Reparatur des elektri­schen Essen­wär­me­be­hälters durch­ge­führt. Die Wäsche dieses Nacht­cafés wird vom Luby-Service in Altleuben gewaschen. Seit vielen Jahren sponsert die Firma Henkel Wasch- und Reini­gungs­mitteln sowie Kosmetika.

Einmal im Jahr bietet das Gesund­heitsamt die Grippe­schutz­impfung im Loschwitzer Nachtcafé an. Diesen Termin erfahren auch alle anderen Nacht­cafés recht­zeitig. Wenn es seine Zeit erlaubt, schaut auch Pfarrer Michael Gehrke im Nachtcafé vorbei und unterhält sich mit den Gästen. »Man kann nicht die ganze Welt retten, aber wenn man etwas im Kleinen tun kann, sollte man es auch tun. Ich bin froh, dass das Nachtcafé in unserer Gemeinde mit so viel Energie durch­ge­führt wird.«

Dienstags öffnet das Café in Laubegast

Im Ortsamts­gebiet Leuben öffnet immer dienstags ein weiteres Nachtcafé: in der Laube­gaster Chris­to­pho­rus­kirche, Hermann-Seidel-Straße 3. Hier teilen sich rund 20 Ehren­amt­liche in die Betreuung der Bedürf­tigen. Christine Kreher und Rita Richter, die Leite­rinnen des Nacht­cafés, berich­teten im »Gemein­de­brief« der Kirch­ge­meinde von einem berüh­renden Erlebnis: »Für unsere letzte Nachtcafé-Weihnachts­feier durften unsere wohnungs­losen Gäste einen kleinen persön­lichen Wunsch in eine Wunsch­liste eintragen. Einer der Wünsche lautete einfach nur: ›Mitar­beiter – weiter so!‹ Gern möchten wir ihn erfüllen.« Wer dazu beitragen möchte, kann sich im Gemein­debüro Laubegast melden (Tel. 0351 2515332).

Claudia Trache

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Kontakt & weitere Infos

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