Oh es riecht gut Stollen – eine süße Verführung zur Weihnachtszeit

Veröffentlicht am Mittwoch, 7. Dezember 2016

Zehntausende haben in Dresden das Stollenfest besucht. Hauptattraktion war der Riesenstollen mit 2.872 Kilogramm Gewicht und 3,55 Meter Länge. Beim Verkauf half Stollenmädchen Marie Lassig. Sie war auch dabei, als er hergestellt wurde.

Und noch eine Prise Puderzucker mehr: Das Stollenmädchen sorgt für die süße Vollendung des Weihnachtsgebäcks, das Tino Gierig gut festhält. Foto: Pohl

Und noch eine Prise Puderzucker mehr: Das Stollenmädchen sorgt für die süße Vollendung des Weihnachtsgebäcks, das Tino Gierig gut festhält.

Foto: Foto: Pohl

… und sieht auch noch lecker aus: der Rosinen­stollen. Stollen­mädchen Marie Lassig und Tino Gierig, einer der beiden Geschäfts­führer vom Backhaus Dresden, zeigen, wie man dem Tradi­ti­ons­gebäck eine ordent­liche weiße Puder­zu­cker­schicht verpasst. Der Striezel – ob echter Dresdner Christ­stollen, Mandel- oder Mohnstollen – hat derzeit Hochkon­junktur und versüßt so manche gemüt­liche Kaffee­stunde. Selbst in Amerika und Japan ist die Spezia­lität aus Dresden gefragt. 4.000.000 Dresdner Christ­stollen wurden 2015 verkauft.

Kein Wunder, dass sich rund um den Christ­stollen verschiedene Zeremonien ranken – von der Wahl des Stollen­mäd­chens bis hin zum Stollenfest. Am 3. Dezember waren wieder Zehntau­sende Dresdner und Touristen dabei, als der Riesen­stollen nach dem Festumzug durch die barocke Altstadt auf dem Strie­zel­markt landete und tradi­tionell mit dem Riesen­stol­len­messer angeschnitten wurde. Natürlich durfte dabei auch nicht die Schirm­herrin des Festes fehlen, das 22. Stollen­mädchen Marie Lassig. Die 21-Jährige aus der Oberlausitz erlernt das Kondi­tor­handwerk im Backhaus Dresden und ist als Stollen­bot­schaf­terin in der Vorweih­nachtszeit viel unterwegs. Bei einer kurzen Stipp­visite in »ihrer« Bäckerei im November legte sie auch kurz mit Hand an beim Vorbe­reiten der Teigplatten für den Riesen­stollen. Dieser wird aus rund 400 Stollen­platten – gebacken auf 40 x 60 Zenti­meter großen Blechen – zusam­men­ge­setzt. Die Einzel­teile produ­zieren Bäcke­reien und Kondi­to­reien, die sich im Schutz­verband Dresdner Stollen engagieren. Der 1. Riesen­stollen im Jahr 1730 brachte 1.800 Kilogramm auf die Waage, der im Vorjahr 3.429 Kilogramm. Dafür wurden 1,2 Tonnen Mehl, 750 Kilogramm Butter, 200 Kilogramm Zucker sowie rund 1,5 Millionen Sulta­ninen verbacken.

Der diesjährige war 1.872 Kilogramm schwer. Seit dem 1. Dresdner Stollenfest 1994 übernimmt ein Spezi­al­wagen, gezogen von vier Pferden, den Transport des Riesen­stollens. „Damit ist auch die Länge und Breite des Stollens genau festgelegt“, erklärt Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller, Geschäfts­füh­rerin des Dresdner Backhauses. Sie legt Wert auf das tradi­tio­nelle Handwerk und betont, dass die Stollen in reiner Handarbeit herge­stellt werden. Es macht sie stolz, das in diesem Jahr aus ihrem Unter­nehmen das Stollen­mädchen gekürt wurde: »Marie ist eine extrem gute Schülerin«, lobt sie. Marie hat als angehende Kondi­torin ihr Hobby zum Beruf gemacht, wie sie sagt: Sie bäckt unheimlich gern und ist gern kreativ. Und was gefällt ihr am Dresdner Stollen? »Das, was dahinter steckt – Geschmack, Tradition, Handwerk und ausge­zeichnete Qualität.« Sie wird auch am 22. Dezember mit im Dynamo-Stadion sein, wenn der Kreuzchor sein großes Open-Air-Advents­konzert gibt. Denn der Dresdner Stollen­schutz­verband unter­stützt das kultu­relle Highlight im 800. Jahr des Kreuz­chors. Der Erlös aus dem Stollen­verkauf vom 3. Dezember hilft mit, dass dieses Konzert statt­finden kann.

Christine Pohl

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