Unbeschwert spielen

Flüchtlingskinder zu Gast in »Pat’s Colour Box«

Veröffentlicht am Samstag, 17. Februar 2018

Das Kinder- und Jugendhaus in Blasewitz lädt jeden Dienstag Mädchen und Jungen aus der Erstaufnahmeeinrichtung Hamburger Straße ein.

Mit schwung durch den Garten in »Pat's Colour Box«: Marwan Vino, Reine Hosni und Tristan Kastrati testen dieses ungewöhnliche Dreirad. Foto: Pohl

Mit schwung durch den Garten in »Pat's Colour Box«: Marwan Vino, Reine Hosni und Tristan Kastrati testen dieses ungewöhnliche Dreirad.

Foto: Pohl

Mit großen bunten Bausteinen bauen, die Eisenbahn fahren lassen, sich verkleiden, ein bisschen toben, Musik hören, Karten oder eine Runde Billard spielen – eine ganz normale Sache für die Mädchen und Jungen im Kinder- und Jugendhaus »Pat’s Colour Box«. Für Marwan Vino, Reine Hosni, Tristan und andere Flücht­lings­kinder ist es etwas ganz Beson­deres. Sie freuen sich schon auf den Dienstag, wenn sie hier spielen dürfen. Die Kinder kommen aus Syrien, dem Libanon, Albanien und anderen Länder. Hinter ihnen liegt eine beschwer­liche Flucht mit ihren Eltern mit zum Teil trauma­ti­schen Erleb­nissen. Jetzt werden sie in der Erstauf­nah­me­ein­richtung Hamburger Straße betreut.

Das Team des Kinder- und Jugend­treffs auf der Händel­allee 23 bietet ihnen einmal in der Woche eine Auszeit. »Damit wollen wir einen kleinen Beitrag zur ersten Integration leisten«, erklärt Sabine Wesener, die Geschäfts­füh­rerin vom Unter­nehmen Kultur, Träger des Kinder- und Jugend­hauses. Die Kinder werden von einem Betreuer abgeholt und gemeinsam geht es mit der Straßenbahn zu »Pat’s Colour Box«. In dem Treff­punkt stehen ihnen die vielen Spiel­mög­lich­keiten genauso zur Verfügung wie ihren deutschen Alters­ge­nossen. Bei schönem Wetter geht es ins Außen­ge­lände, das auch von der Kinder­ta­ges­stätte Pat’s Mini Box genutzt wird. Hier können sie klettern, rutschen, schaukeln, mit dem Dreirad oder Roller fahren. Auch beim Kochen oder Plätz­chen­backen kommen sich die Kinder verschie­dener Nationen näher. »Das Angebot wird gern angenommen«, sagt Koordi­nator Uwe Hentschel von der Erstauf­nah­me­ein­richtung. Auch wenn es dort verschiedene Möglich­keiten zum Spielen gibt, ist es doch etwas Beson­deres, in dieser kinder­freund­lichen Umgebung Freizeit zu verbringen. »Es gibt generell eine große Unter­stützung von Vereinen, Sport- oder Kultur­ein­rich­tungen für die minder­jäh­rigen Flücht­linge«, betont Hentschel. Manche kommen auch in die Einrichtung an der Hamburger Straße und sorgen für Abwechslung. Er verweist auf ein Zirkus­projekt und auf das inter­na­tionale Sportfest, das der SV Motor Mickten ausrichtet.

Seit über einem Jahr gibt es den Dienstag-Treff im Kinder- und Jugend­treff »Pat’s Colour Box« für die Flücht­lings­kinder. Seit Januar wird das Projekt durch einen Mikro­för­der­fonds des House of Resorces Dresden finan­ziell unter­stützt und kann deshalb weiter­ge­führt werden. Darüber ist die Leiterin des Hauses, Marie­luise Paschold, froh, denn mit dem eigenen Budget wurde es knapp. »Hier schaffen wir etwas, was hoffentlich in guter Erinnerung bleibt«, betont Sabine Wesener.

Christine Pohl

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