Tierheim Dresden ist auf besondere Fundtiere vorbereitet

Schildkröten und Kornnnattern finden dank Spenden ein Zuhause

Veröffentlicht am Sonntag, 19. März 2017

Einige Räume des Tierheims Dresden erinnern an einen Zoo. Durch einigen Terrarien schlängeln sich Kornnattern. Junge Tigerpythons, die ausgewachsen auch größere Wirbeltiere verspeisen können, scheinen dagegen zu schlafen. Der extra eingerichtete Reptilienbereich im Dresdner Tierheim war ursprünglich gar nicht geplant.

Tierheimleiter Hanns-Hendrik Kluge zeigt eine der im Tierheim untergebrachten Schildkröten. Foto: Steffen Dietrich

Tierheimleiter Hanns-Hendrik Kluge zeigt eine der im Tierheim untergebrachten Schildkröten.

Foto: Steffen Dietrich

Stetzsch. Einige Räume erinnern an einen Zoo. Durch einigen Terrarien schlängeln sich Kornnattern. Junge Tiger­py­thons, die ausge­wachsen auch größere Wirbel­tiere verspeisen können, scheinen dagegen zu schlafen. Der extra einge­richtete Repti­li­en­be­reich im Dresdner Tierheim war ursprünglich gar nicht geplant. Nun ist er bereits gut gefüllt. Die Haltung der Exoten in Privat­woh­nungen und mehrere Tierfunde machten es nötig. Neben Schlangen gibt es noch weitere Exoten, die vorüber­gehend eine Bleibe im Dresdner Tierheim erhalten haben, beispiels­weise Leguane und Schild­kröten. Sogar ein Skorpion war bereits zu Gast, berichtet Tierheim­leiter Hanns-Hendrik Kluge. Kein Wunder, dass es eine gute und enge Zusam­men­arbeit mit dem Dresdner Zoo gibt, der, genauso wie das Tierheim, eine städtische Einrichtung ist. Das Tierheim ist für die Unter­bringung von Fundtieren, von behördlich beschlag­nahmten Tieren, aber auch für die Versorgung der Tiere von Kranken­haus­pa­ti­enten, Inhaf­tierten und Verstor­benen und, im Rahmen der Kapazität, für Abgabe­tiere zuständig. Insgesamt 1.059 Tiere wurden 2016 aufge­nommen. Darunter waren 282 Hunde und 476 Katzen. Im Jahr davor waren es 1.081 Tiere. 2016 konnten insgesamt 683 Tiere vermittelt werden: 72 Hunde, 311 Katzen und 300 sonstige Tiere.
»Zunehmend Sorgen bereiten uns Tierschutz­vereine, die Hunde aus Süd- und Osteuropa retten und in Deutschland weiter­ver­kaufen. 33 solcher Hunde landeten bei uns, nur sieben waren hinsichtlich des vorge­schrie­benen Veteri­när­tests und Heimtierpass’ ohne Beanstandung«, sagt Amtstierarzt Lutz Meißner.

Hinzu kommen Funde von Jungtieren aus dem inter­na­tional florie­renden legalen und illegalen Welpen­handel.

Die Aufwen­dungen für die verwahrten Tiere übernimmt zum großen Teil die Stadt. Aber auch private Spenden machen einen wichtigen Anteil aus. 2016 gingen 14.724 Euro private Spenden im Tierheim ein. »Jede Spende und Zuwendung an das Tierheim wird zur Verbes­serung der Unter­bringung der Tierheim­tiere gut genutzt. Das Tierheim wird seit Jahrzehnten über Spenden und Nachlässe von Dresdnern unter­stützt. Das erleichtert die Arbeit und zeigt, dass die Dresdner die Leistung des Tierheimes schätzen. Meinen Dank an alle Spender«, so der Erste Bürger­meister Detlef Sittel. Von Spenden­geldern konnten im vergan­genen Jahr Vogel­käfige und Trockner, Scher­ma­schine und Futter angeschafft werden. Aus Nachlässen ist das Schild­krö­ten­gehege für 19.000 Euro finan­ziert worden.

Das nächste Vermitt­lungs­wo­chenende findet am 1. und 2. April, von 13 bis 15 Uhr statt und weiterhin immer am ersten Wochenende im Quartal, jeweils am Sonnabend und Sonntag ebenfalls von 13 bis 15 Uhr.

Steffen Dietrich

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