Spielplatz tipptopp renoviert

Veröffentlicht am Donnerstag, 29. Juni 2017

Der Kinderspielplatz Aachener Straße wurde komplett renoviert. Die Stahlrohrgeräte sind aufgearbeitet und an alter Stelle wieder aufgebaut worden. Dazu gibt es einen Parcours und eine Graffiti- und Kletterwand.

Erinnerungen wurden wach: Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen und Amtsleiter Detlef Thiel meisterten die Erstbesteigung des Klettergerüstes souverän. Foto: Möller

Erinnerungen wurden wach: Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen und Amtsleiter Detlef Thiel meisterten die Erstbesteigung des Klettergerüstes souverän.

Foto: Möller

Trachau. Pünktlich mit Beginn der Sommer­ferien sind die Bauzäune am Spiel­platz Aachener Straße gefallen. Die Anlage steht Anwohnern, Kindern und Jugend­lichen im Stadtteil nun wieder unein­ge­schränkt zur Verfügung. Rund 8.000 Quadrat­meter groß ist das Gelände, 3.200 Quadrat­meter davon sind Sport- und Spiel­flächen.

Die Geschichte des Areals ist eng mit dem Entstehen der angren­zenden Großsiedlung Trachau verbunden, die in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhun­derts errichtet wurde. Zunächst unspe­zi­fi­ziert als Sport- und Spiel­fläche genutzt, ist es nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Spiel­platz- und Sitzbe­reich unter­teilt worden. Dazwi­schen gab es eine Wiese sowie ein einfaches Ballspielfeld. Die letzten Inves­ti­tionen liegen 20 Jahre zurück. 1997 wurde das Ballspielfeld erneuert und ein Klein­kind­spiel­be­reich mit Holzspiel­ge­räten einge­richtet. Die Stahl­rohr­geräte blieben stehen. Damit war der Spiel­platz an der Aachener Straße einer der letzten seiner Art, an dem diese weiß Gott soliden Relikte aus DDR-Zeiten überdauern konnten.

Vor drei Jahren erfolgte der Abbau einzelner Geräte, zeitgleich fiel die Entscheidung, den Spiel­platz gründlich zu sanieren und umzubauen.

Der Trampolin ist Detlef Thiels Favorit unter den Spiel­ge­räten. Zur Wieder­eröffnung des Spiel­platzes Aachener Straße aller­dings bestieg der Amtsleiter für Stadtgrün und Abfall­wirt­schaft zusammen mit Dresdens Bürger­meis­terin für Umwelt und Kommu­nal­wirt­schaft eines der inzwi­schen frisch renovierten Stahl­rohr­geräte. Der Denkmal­schutz hatte ein gewich­tiges Wort mitzu­reden bei der Umgestaltung der Spiel­fläche. Die übrigens kostete rund 207.000 Euro. Finan­ziert wurde das Ganze aus Haushalts­mitteln des Amtes für Stadtgrün und Abfall­wirt­schaft.
Das Ergebnis ist durchaus passabel und man glaubt den Akteuren gern, dass die in der sächsi­schen Landes­haupt­stadt ausge­prägte Betei­li­gungs­kultur daran einen nicht unbedeu­tenden Anteil hat.

Die Leute von der Projekt­schmiede gGmbH sind Tage und Wochen vor Ort unterwegs gewesen, um die Wünsche der Nutzer zu erfragen. Die Operation lief unter dem Code Siedler. Dabei kristal­li­sierte es sich schnell heraus, dass es genau jene Stahl­rohr­geräte aus DDR-Zeiten waren, die Kindern und Jugend­lichen aber vielmehr noch den Anwohnern, die mit ihnen groß geworden sind, am Herzen lagen.

Ursprünglich standen die Teile auf Hartplatz­flächen. Das ist heute nicht mehr zulässig. Fallschutzkies ist an ihre Stelle getreten.

Dem guten alten Buddel­kasten ist der Kasten abhanden gekommen. Das Arran­gement nennt sich jetzt vornehm Sandspiel­be­reich für Klein­kinder. Daneben gibt es eine Doppel­schaukel. Für Jugend­liche ist in einigem Abstand zur Wohnbe­bauung eine Tisch­ten­nis­platte im Angebot. Auf Begeis­terung dürften auch Parcours­anlage sowie Kletter- und Graffi­tiwand stoßen. Dazu kommen Sitzge­le­gen­heiten, Abfall­be­hälter und Fahrrad­bügel.

Aktuell hat Dresden über 850 Spiel­plätze, knapp ein Viertel davon wird kommunal verwaltet. Der Erhalt des Bestandes in guter Qualität ist ebenso wichtig wie der Neubau von Spiel­plätzen. Auch in Pieschen wurde und wird daran gearbeitet, die Spiel­platz­si­tuation weiter zu verbessern. Noch in diesem Jahr soll die Anlage an der Trachen­berger Straße renoviert werden. Vor kurzem erst ist im Kontext der »Pieschener Melodien« ein neuer Spiel­platz eröffnet worden.

Ein Blick auf die Zahlen verdeut­licht, dass der Bedarf auch in Zukunft eher steigen als fallen wird. Bezogen auf 2006 hat sich Zahl der Kinder und Jugend­lichen unter 18 Jahre über eine Dekade gerechnet ständig erhöht. Den stärksten Zuwachs mit 53 Prozent erzielte Pie­schen-Süd. Es folgen mit 45 Prozent bzw. 40 Prozent Mickten und Pieschen-Nord einschließlich Trachen­berge sowie Kaditz und Trachau mit 34 bzw. 20 Prozent.

Steffen Möller

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