Alte Schmiede – Junge Schmiede

Kinder- und Jugendwohngemeinschaft »Junge Schmiede« in Niedersedlitz eröffnet

Veröffentlicht am Donnerstag, 1. Februar 2018

Kindern und Jugendlichen, die nicht im Elternhaus aufwachsen können, bietet der Verein Columba Palumbus ein Zuhause auf Zeit in Niedersedlitz. Dafür wurde eine ehemalige Schmiede umgebaut.

Heilpädagogin Lara Schwineköper (l.) und Sozialpädagoge Andreas Wujanz gehören zum Betreuerteam. Foto: Trache

Heilpädagogin Lara Schwineköper (l.) und Sozialpädagoge Andreas Wujanz gehören zum Betreuerteam.

Foto: Trache

Nieder­sedlitz. Kürzlich eröffnete der Verein Colum­ba­Pal­umbus e. V. die sozial­päd­ago­gische Kinder- und Jugend­wohn­ge­mein­schaft »Junge Schmiede« an der Bismarck­straße. Künftig werden in den Räumlich­keiten bis zu acht Kinder und Jugend­liche im Alter von zehn bis 18 Jahren betreut. Gemeinsam mit fünf Mitar­beitern sorgt sich Teamlei­terin Sara Erben um Heran­wach­sende, die vom Jugendamt aus ihren Familien genommen wurden oder die sich selbst beim Jugendamt gemeldet haben, weil sie aufgrund größerer Probleme nicht mehr bei den Eltern wohnen möchten. Auch minder­jährige unbegleitete Flücht­linge gehören zu den Betreuten. Der Name »Junge Schmiede« ist schnell erklärt: »In diesem Gebäude war früher eine Schmiede. Ein paar Reliquien an der Decke erinnern noch daran. Da künftig junge Menschen hier wohnen werden, fanden wir ›Junge Schmiede‹ sehr passend«, so Kay-Uwe Dubrau, Vorstands­vor­sit­zender des Vereins. Seit vielen Jahren engagiert er sich zusammen mit der Geschäfts­füh­rerin Ariane Bürkner im Bereich Kunst und Inklusion dafür, dass alle Menschen gemeinsam Kultur­pro­jekte gestalten können, unabhängig von körper­lichen Einschrän­kungen, Krank­heiten oder Herkunft. »Wir hatten schon länger den Traum, eine Wohnge­mein­schaft aufzu­bauen und ich freue mich, dass wir nun diese WG eröffnen konnten.« Neben acht Einzel­zimmern, die mit einem Hochbett, Schrank, Stuhl und Schreib­tisch ausge­stattet sind, steht den jungen Bewohnern ein gemüt­licher offener Gemein­schafts­be­reich zur Verfügung, eine Computer­ecke sowie eine offene Wohnküche. Der Außen­be­reich wird noch ausgebaut. Auch er bietet künftig vielfältige Möglich­keiten zur Freizeit­ge­staltung. »Uns ist eine gute Mischung der Gruppe wichtig, egal ob männlich oder weiblich, Deutscher oder Flüchtling. Nur so ist es doch möglich, mitein­ander in Kontakt zu kommen und vonein­ander zu lernen«, so Sara Erben. »Auch die Gruppen­größe ist ideal. So können wir uns um jeden Einzelnen kümmern. Etwa zwei Wochen dauert es von der Anfrage bis zum Einzug eines Jugend­lichen. »Es ist wichtig, dass es beide Seiten wollen. Eine Besich­tigung der Einrichtung gehört ebenso dazu wie ein Kennlern­ge­spräch.« Gemeinsam mit den Jugend­lichen und dem Jugendamt werden indivi­duelle Pläne erstellt. Während bei Jüngeren häufig angestrebt wird, dass sie wieder in ihr Elternhaus zurück­kehren können, geht es bei den Älteren meist darum, sie auf ein selbst­stän­diges Leben mit eigenem Wohnraum vorzu­be­reiten.

Das Team der »Jungen Schmiede« möchte das Selbst­be­wusstsein der Heran­wach­senden stärken und ihnen ein Stück familiäre Harmonie geben. Dabei werden sie auf das Potential des Träger­vereins zurück­greifen können. Der Colum­ba­Pal­umbus e. V. hat sich bereits durch zahlreiche inklusive künst­le­rische Projekte einen Namen in der Kultur-Szene gemacht und wurde dafür zum »Verein des Jahres 2015« gewählt.

Claudia Trache

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Kontakt & weitere Infos

www.columba-palumbus.de

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