Vom Blauen Band bis zum Wohnungsneubau

Interview mit Jörg Lämmerhirt, Stadtbezirksamtsleiter in Prohlis

Veröffentlicht am Freitag, 25. Januar 2019

Welche Höhepunkte hatte das Jahr 2018? Was hält das neue Jahr für die Prohliser bereit? Dazu äußert sich Stadtbezirksamtsleiter Jörg Lämmerhirt im Gespräch mit der „Prohliser Zeitung“

Im Interview mit der Redak­teurin Claudia Trache blickt der Prohliser Stadt­be­zirks­amts­leiter Jörg Lämmerhirt zurück auf das vergangene Jahr und schaut voraus, was die Anwohner 2019 im Stadt­bezirk Prohlis erwarten können.

Das Jahr 2018 im Rückblick: Welche positiven Ereignisse für den Stadtbezirk bleiben Ihnen besonders im Gedächtnis?

Es müssen nicht immer die ganz großen Dinge sein, die in Erinnerung bleiben. Es gibt viele Projekte im Stadt­bezirk Prohlis, über die ich mich 2018 gefreut habe. Dazu zählt die Fertig­stellung des Kinder- und Jugend­hauses Pixel. Der neue Sandspiel­platz­be­reich in der 120. Grund­schule ist durch das ehren­amt­liche Engagement der Eltern entstanden. Aufgrund von Bürger­hin­weisen konnten wir im Bereich Elster­werdaer Straße die öffent­liche Beleuchtung verbessern und einen Verbin­dungsweg dadurch sicherer machen. Von Prohlis bis zur Elbmündung soll ein Grünzug entstehen – wann werden die ersten Teilpro­jekte dafür geplant bzw. umgesetzt?

Die Offen­legung des Geber­baches ist ein langwie­riges, komplexes Projekt. Zurzeit läuft die europa­weite Ausschreibung der Planungs­leis­tungen. Im Spätsommer 2019 werden diese Leistungen vergeben, sodass noch in diesem Jahr mit der konkreten Planung begonnen werden kann. 2020 wird das Gesamt­konzept den Bürgern vorge­stellt. Im Vorfeld wird es Gespräche mit den direkt betrof­fenen Anliegern geben. Ziel des Projekts ist es, entlang des offen­ge­legten Geber­baches einen Weg zu schaffen, auf dem man von Prohlis zur Elbe spazieren oder mit dem Fahrrad fahren kann.

Zum Bürgerhaus: Vor einem Jahr sagten Sie, dass das Nutzungskonzept bestätigt sei, im Juni hieß es, es wird im Stadtrat beraten. Wie ist das Projekt in den vergangenen Monaten vorangegangen?

Das Nutzungs­konzept für das Bürgerhaus wurde im Stadtrat in der letzten Sitzung vor der Sommer­pause bestätigt. Die Umsetzung des Projektes ist etwas langwierig, da verschiedene Verwal­tungs­schritte zu durch­laufen sind.

Aufgrund des Bauvo­lumens musste das Vorhaben für Planungs­büros ausge­schrieben werden. Im Februar werden die entspre­chenden Gespräche mit den Bewerbern statt­finden. Da die Stadt Dresden erst seit Anfang 2018 als Eigen­tü­merin dieses Grund­stückes im Grundbuch steht, konnten erst danach vorbe­rei­tende Unter­su­chungen zum Bauzu­stand vorge­nommen werden. Ziel ist es, in allen Etagen des Gebäudes Barrie­re­freiheit herzu­stellen. Dazu ist ein Anbau notwendig. Sobald die Planungen vorliegen, werden die Bürger darüber infor­miert. Bis 2022 werden sich die Prohliser noch gedulden müssen, ehe sie das Bürgerhaus einweihen können.

»Zu Hause in Prohlis« heißt ein soziokulturelles Projekt, unter dessen Dach viele Aktionen stattfinden. Es war zunächst auf zwei Jahre angelegt. Wie geht es weiter?

Das Projekt wird von den Prohlisern bisher gut angenommen. Solch ein Projekt braucht vier bis fünf Jahre, ehe es sich verstetigt. In den letzten beiden Jahren wurde es unter anderem aus Landes- und städti­schen Mitteln sowie dem Handlungs­pro­gramm für ein vielfäl­tiges und weltof­fenes Dresden gefördert. Mitte Dezember letzten Jahres wurde ein inter­frak­tio­neller Antrag im Stadtrat einge­reicht, der bewirken soll, dass dieses Projekt 2019 und 2020 mit jeweils 33.000 Euro aus dem städti­schen Haushalt gefördert wird. Vorau­sichtlich am 24. Januar soll darüber im Stadtrat beraten werden.

Beim Rundgang mit dem Oberbürgermeister wandte sich u. a. der Siedlerverein Dresden-Süd an ihn mit der dringenden Bitte nach einem Fußweg entlang der Goppelner Straße. Was ist daraus geworden?

Die Planungen dazu laufen. Im Herbst letzten Jahres wurde auf einem Teilstück eine noch unbefrie­di­gende Zwischen­in­ves­tition reali­siert. Fußweg und Straße müssen hier im Komplex erfasst werden. Dazu muss die Stadt zunächst einige Grund­stücke erwerben. Der Bau ist für 2020 vorge­sehen.

Für den Langen Weg wird schon seit Längerem um eine Fußgängerquerung im Bereich Ernst-Toller-Straße gerungen. Wie ist der Stand der Dinge?

Im Dezember 2018 hat der Stadtrat beschlossen, dass in diesem Bereich kurzfristig eine Licht­si­gnal­anlage einzu­richten ist. Langfristig soll im Rahmen der Gesamt­sa­nierung eine Querungs­insel entstehen.

Welche größeren Baumaßnahmen stehen 2019 an?

Im Rahmen des Projekts »Stadtbahn Dresden 2020« wird der Wasaplatz umgestaltet. Diese Arbeiten sollen im Frühsommer abgeschlossen sein. Im nächsten Jahr werden die Gleis­an­lagen auf der Wasastraße und der Franz-Liszt-Straße zurück­gebaut und die Straßen und Fußwege ausgebaut.

Im Bereich des sozialen Wohnungsbaus begannen im dritten Quartal 2018 die Arbeiten am Nickerner Weg, wo 48 Wohnungen entstehen. An der Lugaer Straße steht der Beginn der Arbeiten kurz bevor. Hier werden 25 Wohnungen errichtet. Ebenfalls in diesem Jahr beginnen die Arbeiten an der Friedrich-Ebert-Straße, wo 15 Wohnungen entstehen.

Im März beginnt der Turnhal­len­neubau an der 120. Grund­schule. Der Bau der Turnhalle an der Albert-Schweitzer-Förder­schule ist für Ende 2019 Anfang 2020 geplant.

Die 68. Grundschule erhielt einen neuen Anbau für den Hort und einen Speiseraum. Wann erfolgt eine offizielle Übergabe?

Im Herbst wurden die Arbeiten an Hortge­bäude und Speiseraum fertig gestellt. Im Dezember letzten Jahres wurde auch die Außen­anlage den Kindern zur Nutzung übergeben. Eine offizielle Übergabe ist für Februar geplant.

Welche Höhepunkte erwarten Sie im Stadtbezirk Prohlis 2019?

Ein Höhepunkt ist für mich die Fertig­stellung des Wasaplatzes, wodurch der Platz als Stadt­teil­zentrum aufge­wertet wird. Aber auch die Kommu­nal­wahlen und Stadt­be­zirks­bei­rats­wahlen am 26. Mai 2019 sowie die Landtags­wahlen am 1. September 2019 sind weitere wichtige Termine. Ich wünsche mir sehr, dass die Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Eine inter­es­sante Aufgabe in diesem Jahr wird es auch sein, die neue Stadt­be­zirks­ver­fassung mit Leben zu erfüllen, denn damit haben wir gemeinsam mit dem Stadt­be­zirks­beirat die Möglichkeit, noch näher an den Themen der Anwohner dran zu sein.

Claudia Trache

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