Der Lichtenbergweg in Trachau

Straßennamen im Dresdner Nordwesten

Veröffentlicht am Sonntag, 24. Februar 2019

Eine Straße in der Großsiedlung Trachau trägt den Namen des Naturwissenschaftlers Georg Christoph Lichtenberg. Er wurde auch als Autor der »Sudelbücher« bekannt.

Eine Straße in der Trachauer Großsiedlung trägt den Namen des Naturwissenschaftlers Georg Christoph Lichtenberg. Fotos: Archiv Brendler

Eine Straße in der Trachauer Großsiedlung trägt den Namen des Naturwissenschaftlers Georg Christoph Lichtenberg.

Foto: Archiv Brendler

Die Straße Nr. 71 der 1933 durch den NS-Staat abgebro­chenen und wenig später nach Überar­beitung der Planungs­un­ter­lagen weiter­ge­führten Baumaß­nahmen der Trachauer Großsiedlung trägt seit dem 7. März 1935 den Namen des Natur­wis­sen­schaftlers Georg Christoph Lichtenberg.

Am 1. Juni 1742 als jüngstes von siebzehn Kindern eines protes­tan­ti­schen Pfarrers im hessi­schen Ober-Ramstadt geboren, wurde Lichtenberg bereits mit 28 Jahren Professor der Mathe­matik und der Natur­wis­sen­schaft in Göttingen. Dort lebte er, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auch bis an sein Lebensende. Auf dem Göttinger Bartho­lomäus-Friedhof befindet sich seine letzte Ruhestätte. Der in Fachkreisen Deutsch­lands und Europas bekannte und geschätzte Natur­wis­sen­schaftler war Mitglied in zahlreichen wissen­schaft­lichen Gesell­schaften, so in Göttingen, St. Petersburg und London. Er forschte besonders auf dem Gebiet der experi­men­tellen Physik, führte die Bezeich­nungen positive und negative Elektri­zität ein und entdeckte die nach ihm benannten »Lichtenberg‘schen Figuren« (elektrische Entla­dungen).

»Größeren Nachruhm« als seine wissen­schaft­liche Arbeit haben ihm aber seine Aphorismen verschafft. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahre 1764 hatte Georg Christoph Lichtenberg begonnen, diese in sogenannten »Sudel­bü­chern« festzu­halten. Sie belegen in beson­derer Weise seine Fähigkeit zur skepti­schen Beobachtung und ironi­schen Formu­lierung.

Aus seiner Feder stammt unter anderem auch: »Es gibt eine gewisse Art Leute, die das Wort Deutsch immer mit offenen Nasen­lö­chern aussprechen. Ein sicheres Zeichen, daß bei diesen Leuten sogar der Patrio­tismus Nachahmung ist.«

Der scharfen Kritik an den deutschen Verhält­nissen wegen scheute er sich aber, die Inhalte der »Sudel­bücher« zu veröf­fent­lichen. Erst nach seinem Tode, er starb am 24. Februar 1799, werden sie publi­ziert.

Klaus Brendler

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