Was Senior*innen wollen

Ergebnisse der Forschungsstudie zur sozialen Teilhabe älterer Menschen in Pieschen

Veröffentlicht am Donnerstag, 5. Mai 2022

Pieschen. Die drei Studen­tinnen der evange­li­schen Hochschule Dresden Katharina Weise, Charlotte Matthiessen und Carolin Teichert führten vor einem Jahr eine Studie in Pieschen durch, in der es um soziale Teilhabe im Stadt­bezirk ging. Hiermit infor­mieren sie über ihre Erkennt­nisse. Liebe ... weiterlesen

Pieschen. Die drei Studen­tinnen der evange­li­schen Hochschule Dresden Katharina Weise, Charlotte Matthiessen und Carolin Teichert führten vor einem Jahr eine Studie in Pieschen durch, in der es um soziale Teilhabe im Stadt­bezirk ging. Hiermit infor­mieren sie über ihre Erkennt­nisse.

Liebe Leser und Leserinnen,
Wie Sie sich vielleicht erinnern, haben wir im Juni 2021 unsere Forschung zum Thema „Soziale Teilhabe von Senior*innen im Stadt­bezirk Pieschen” begonnen. Im Rahmen unserer studen­ti­schen Forschung waren wir in dem Stadt­bezirk Pieschen präsent, um auf unser Forschungs­in­teresse aufmerksam zu machen und zu bewerben. Mit Hilfe von Zeitungs­ar­tikeln, Flyern, Plakaten, Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tungen sowie das gezielte Auslegen von Frage­bögen, war es unser Ziel möglichst viele Personen ab einem Alter von 60 Jahren in dem Stadt­bezirk Pieschen zu erreichen und eine Teilnahme an der Befragung zu ermög­lichen.

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass wir unsere Ergeb­nisse zum Forschungs­projekt ausge­wertet und unseren Forschungs­be­richt erfolg­reich abgeschlossen haben. Im Zuge dieses kurzen Beitrags möchten wir Ihnen gern ein paar Ergeb­nisse vorstellen.

Zu Beginn ein paar allge­meine Infor­ma­tionen. Es gilt anzumerken, dass insgesamt 91 Personen unseren Frage­bogen ausge­füllt haben. Davon wurden 34 Frage­bögen von männlichen und 57 Frage­bögen von weiblichen Befragten abgegeben. Der größte Anteil der Befragten kam aus dem Stadtteil Trachau.

Ein wichtiger Schwer­punkt unseres Frage­bogens war die Nutzung der Angebote im Sozialraum. In diesem Kontext haben wir verschiedene Bereiche abgefragt. Im Folgenden erfolgt eine kurze Zusam­men­fassung:

Bezüglich der Angebote (z.B. Krisen- und Senio­ren­te­lefon oder Nachbar­schafts­hilfe), welche von der Stadt Dresden angeboten, finan­ziert oder beworben werden, ist deutlich geworden, dass Menschen oftmals keine Kenntnis von diesen Leistungen besitzen. Darauf aufbauend ist folgende Schluss­fol­gerung entstanden: Dieses Ergebnis kann darauf zurück­zu­führen sein, dass derzeit kein Bedarf bei den Menschen besteht, oder aber diese Angebote mögli­cher­weise in einem zu geringen Umfang beworben werden.

Des Weiteren erfragten wir die Teilnahme an den weiteren Angeboten zur sozialen Teilhabe im Stadt­bezirk Pieschen. Wir haben in diesem Zusam­menhang erfragt, welche der folgenden Angebote: Sport­verein und andere sport­liche Gruppen, Kirche oder wohltätige Verei­nigung, Hobby-Club, politische Gruppen, Senio­ren­be­geg­nungs- und -beratungs­stellen sowie Selbst­hil­fe­gruppen, genutzt werden. Am belieb­testen sind bei den Senior*innen die Sport­an­gebote, welche von mehr als zwei Drittel der Befragten besucht werden.

Darüber hinaus wollten wir wissen, aus welchen Beweg­gründen die Personen ab einem Alter von 60 Jahren die Angebote nutzen. Die am häufigsten genannten Gründe waren hierbei, diese zur Freizeit­ge­staltung zu besuchen sowie um andere Menschen zu treffen. In diesem Zusam­menhang war es uns wichtig, ebenfalls die Hinde­rungs­gründe zur Teilnahme zu erfahren. Die meist angeführten Hinde­rungs­gründe lauten, diese aufgrund von Zeitmangel und anderen Inter­essen nicht wahrzu­nehmen.

Schluss­endlich wollten wir ebenfalls wissen, welche Angebote zur sozialen Teilhabe den Bewohner*innen des Stadt­be­zirks Pieschen fehlen. Diese Frage wurde von 16 Personen beant­wortet. Sieben Personen wünschen sich ein Schwimmbad/-halle, vier Befragten fehlen kultu­relle Angebote, drei Senior*innen möchten einen Ausbau der sport­lichen Aktivi­täten im Stadt­bezirk, ein Mensch vermisst Grünan­lagen und eine weitere Person wünscht sich ein Kino.

Diese und alle weiteren Infor­ma­tionen werden mittels unseres Forschungs­be­richts den Kooperationspartner*innen zur Verfügung gestellt. Dies ist deshalb von Relevanz, weil mit diesem Projekt unserer­seits die Intention angestrebt wurde, die Bedürf­nisse und Wünsche der Senior*innen offen zu legen, Verbes­se­rungs­vor­schläge in Bezug auf die vorhan­denen Angebote zur sozialen Teilhabe aufzu­zeigen, aber auch positiv wahrge­nommene Perspek­tiven zu explo­rieren.

Schluss­endlich haben wir ein sehr breites Themenfeld unter­sucht, zu welchem von uns für die Zukunft viele weitere wissen­schaft­liche Studien als notwendig erachtet werden. Das hohe Interesse seitens der Kooperationspartner*innen und der Senior*innen hat uns zu einer inten­siven Ausein­an­der­setzung motiviert und wir hoffen, dass unsere Ergeb­nisse zu einer Sensi­bi­li­sierung dieses Themas beitragen.

Abschließend möchten wir uns nochmals bei allen Teilnehmern und Teilneh­me­rinnen unserer studen­ti­schen Forschung bedanken. Unser herzlicher Dank gilt ebenfalls unseren vielfäl­tigen Kooperationspartner*innen. Ohne die zahlreiche Unter­stützung wäre dieses studen­tische Forschungs­projekt nur schwer umsetzbar gewesen.

Es grüßen Sie herzlich die drei Studen­tinnen der evange­li­schen Hochschule Dresden
Katharina Weise, Charlotte Matthiessen und Carolin Teichert

Christine Pohl

Stichworte
Startseite »

Anzeige

Der SV SAXONIA Verlag feiert 25. Geburtstag