100 Jahre Straßenbahnhof Waltherstraße

100 Jahre Straßenbahnhof Waltherstraße

von | Stadtweit, Kultur

Dresdner Verkehrsbetriebe laden zum Feiern am 10. Oktober ein

Mit einem Tag der offenen Tür feiern die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) von 10 bis 18 Uhr das 100. Jubiläum ihres Betriebshofes auf der Waltherstraße. Besucher und Fans sind herzlich willkommen. Sie erhalten einen exklusiven Einblick in Werkstätten, Technikbereiche und Freiflächen des Betriebshofes. Präsentiert werden Schienenschleifwagen, Fahrleitungsmesswagen oder spezielle Winterdienstfahrzeuge. Das Team von DVB-Infrastrukturchef Sandro Zimmermann demonstriert den Gästen außerdem wie eine Fahrleitung für Straßenbahnen montiert wird oder wie die moderne Planung und Vermessung von Gleisanlagen funktioniert.

Neben den Erkundungstouren durch den ehemaligen Betriebshof erwartet die Besucher auch ein musikalisches Bühnenprogramm. Gestaltet wird es u.a. von der DVB-Band und dem DVB-Chor. Kinder können derweil basteln und spielen oder sich mit „Bauameise Emil Emsig“, dem DVB-Baumaskottchen, an der Foto-Box ablichten lassen.

Das Straßenbahnmuseum Dresden und der Oldie-Busverein sind am Sonnabend mit von der Partie. Von 10.15 Uhr bis 17.15 Uhr startet der historische Gotha-Zug direkt von der Waltherstraße immer halbstündlich zu einer Rundfahrt ins Stadtzentrum und zurück. Auch der älteste erhaltene Linienbus, der Büssing-NAG 900N mit Baujahr 1938, wird am Sonnabend im Einsatz sein. Das Dresdner Nahverkehrs-Original hat als mobile Kulisse schon in einigen Hollywood-Produktionen mitgewirkt. Nun können auch Festgäste mit dem Filmstar eine kleine Runde drehen.

Der Straßenbahnhof Waltherstraße wurde am 5. Oktober 1926 nach einjähriger Bauzeit in Betrieb genommen und war seinerzeit der modernste Dresdner Straßenbahnhof. In sieben Stahlbetonhallen mit Oberlichtern aus Glas konnten Bahnen auf 28 Abstellgleisen mit jeweils 80 Metern Länge geparkt werden. Auf dem Gelände fanden auch die Unterrichtsräume der Fahr- und Schaffnerschule, die Werksküche sowie sechs Wohnhäuser Platz. Der Betriebshof Waltherstraße bildete mit dem ähnlich großen Betriebshof Trachenberge, weiteren Standorten in Tolkewitz, Mickten, Bühlau oder Naußlitz sowie einem Netz kleinerer Bahnhöfe über viele Jahre das Rückgrat der Dresdner Straßenbahn. Der besondere Vorteil am Standort Waltherstraße war seine Nähe zum Dresdner Stadtzentrum.

Allerdings wurde er dadurch zum Ziel für Bomben im zweiten Weltkrieg. 1946 begann der Wiederaufbau des Betriebshofes, der seine wichtige Rolle bis zur Eröffnung des neuen Straßenbahnhofes in Gorbitz im Mai 1996 behielt. Seitdem wird das Gebäude überwiegend durch den DVB-Infrastrukturbereich genutzt und dient als Werkstatt sowie zur Abstellung von Einsatz- und Spezialfahrzeugen. (StZ)

veröffentlicht am: 9. Oktober 2026
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