Das Sächsische Denkmalarchiv steht im Mittelpunkt der neuen Jahresausstellung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen (LfD). Der Grundstein dafür wurde 1908 gelegt, als mit Zustimmung des sächsischen Innenministeriums das Königlich Sächsische Denkmalarchiv gegründet wurde. Es speiste sich aus einzigartigen Quellen wie Schriftstücke, Zeichnungen, Bücher, Fotografien, Dokumentationen und Bauteilen zu Denkmalen. Wenige Jahre später übernahm das Landesamt für Denkmalpflege die Obhut, und seither bilden beide eine untrennbare Einheit. Immer stand im Vordergrund, das Kulturdenkmal in seiner Besonderheit und seinem kulturellen Wert zu beschreiben.
Alf Furkert, Sächsischer Landeskonservator: »Das Landesamt für Denkmalpflege war und ist sich von Anfang an bis heute der Bedeutung dieser Schätze bewusst und bewahrt für die Gesellschaft verantwortungsvoll diesen umfangreichsten Wissensschatz zu den sächsischen Kulturdenkmalen über alle Zeiten hinweg, der zudem ohne Kriegsverlust geblieben ist.«
Die Ausstellung präsentiert bislang unbekannte Schätze des Sächsischen Denkmalarchivs und gewährt Einblicke in einen ganz besonderen Wissensspeicher. 64 Architekturzeichnungen, 108 Fotografien, Postkarten und Dias, 26 Schriftstücke und Dokumentationen, 68 Publikationen sowie 10 Exponate beleuchten das breite Spektrum der denkmalpflegerischen Arbeit. Darunter sind noch nie gezeigte Exponate aus dem 14. bis 21. Jahrhundert zu sächsischen Kulturdenkmalen. Sie verdeutlichen die Wurzeln der modernen Denkmalpflege und spiegeln die großen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts wider, die eine Hinwendung zu den baulichen Sachzeugen der Vergangenheit bewirkten.
Die Sammlungstätigkeit ist eng mit der Denkmalerfassung verbunden, die der Königlich Sächsische Altertumsverein unter König Johann von Sachsen bereits 1825 anregte. Erstmals gezeigte Blätter zur Wasserkunst in Bautzen, zu Glocken und zum Meißner Dom verdeutlichen diese Erfassung. Die denkmalpflegerischen Maßnahmen nach 1945 zeigen Dokumentationen zur Villa Sorgenfrei in Radebeul, zur Stiftskirche in Wechselburg, zur Sophienkirche Dresden und zur Wetterfahne vom Schloss Hubertusburg in Wermsdorf. Die Ausstellung ergänzen originale Bauteile wie ein Türblatt der Kirche St. Aegidius in Penig aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhundert, eine Bronzeglocke von 1581 aus dem Ratskeller Radeburg, eine originale Putte des Dresdner Zwingers aus dem 18. Jahrhundert, ein Entwurfsskizze in Öl des Monumentalgemäldes für den Sächsischen Landtag von Hermann Prell aus dem Jahr 1907. Ein ganz „junges“ Exponat ist eine originale Leuchte der eingestürzten und abgebrochenen Carolabrücke in Dresden.
Die Ausstellung ist bis 27. Februar im Ständehaus Dresden, Schloßplatz 1, zu sehen. Der Eintritt ist frei. Am 12. November, 16 Uhr, referiert Dr. Konstantin Hermann vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen über Prof. Dr. Robert Bruck, der sein Leben der Ordnung der Denkmale gewidmet hat. (StZ)
Anmeldung für Vorträge unter +49 351 48430421 oder presse@lfd.sachsen.de



