Jüdische Stars im deutschen Sport

Jüdische Stars im deutschen Sport

von | Kultur, Sport, Kurzmeldungen

Ausstellung am Heinz-Steyer-Stadion – Veranstaltung ist Teil von TACHELES. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen

„Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ heißt die aktuelle Ausstellung auf der Plaza des Heinz-Steyer-Stadions Dresden. Bis 20. September würdigt die Präsentation des Zentrums Deutsche Sportgeschichte die großen Verdienste jüdischer Sportlerinnen und Sportler für die Entwicklung des modernen Sports in Deutschland. Anhand ausgewählter Porträts wird deren Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus dokumentiert.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen 17 deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten. Zunächst als Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger und Rekordhalter gefeiert, dann während der NS-Zeit aus ihren Sportvereinen ausgeschlossen, Titel wurden aberkannt. Dem deutschen Fußballpionier Walther Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes, blieb wie vielen anderen nur die Flucht. Andere Sportler, wie der Fußballnationalspieler Julius Hirsch oder die zehnfache Deutsche Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch, wurden deportiert und ermordet. Ralph Klein entkam nur knapp der Deportation nach Auschwitz. Nach dem Krieg war er israelischer und später deutscher Basketball-Nationaltrainer.

Vorgestellt werden ebenfalls die Biografien der Fechtolympiasiegerin Helene Mayer, des Schachweltmeisters Emanuel Lasker, des Meisterboxers Erich Seelig, der Deutschen Tennismeisterin Nelly Neppach, der Deutschen Speerwurfmeisterin Martha Jacob, der Leichtathletin Gretel Bergmann, der Turnolympiasieger Alfred und Gustav Felix Flatow, der Europameister im Gewichtheben beziehungsweise im Ringen Julius und Hermann Baruch, des Eishockeyspielers Rudi Ball und des deutschen Fußballnationalspielers Gottfried Fuchs.

Eine Ausstellungstafel erinnert an die Dresdner jüdischen Sportvereine der 1920er und 1930er Jahre sowie auf die Leichtathletin Ruth Weinberg, die Handballerin Eva Weiss und auf Alfred Schwarz, den Mitbegründer des Dresdner Taubstummen Schwimmvereins.

Die Ausstellung bietet mit der Schwimmerin Sarah Poewe aber auch einen Ausblick und stellt eine wichtige Verbindung zur Gegenwart her. Als erste jüdische Athletin nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gewann sie 2004 in Athen eine olympische Medaille für Deutschland.

„Das Thema jüdische Sportvereine in Dresden wurde als Teil der Stadtgeschichte bisher kaum erforscht. So ist wenig bekannt, dass im Jahr 1919 der jüdische Sportverein ‚Bar Kochba‘ in Dresden gegründet wurde und 1928 einen eigenen Sportplatz im Ostragehege einweihen konnte“, sagt Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen seien Anlass, sich stärker mit der Geschichte jüdischer Sportvereine in Dresden zu beschäftigen und an die Menschen zu erinnern, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft diffamiert, verfolgt und entrechtet wurden. (StZ)

www.juedische-sportstars.de

veröffentlicht am: 31. August 2026
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