Jüdisches Leben im Film

Jüdisches Leben im Film

von | Stadtweit, Kultur

„Verdrängtes und gelebtes Gedächtnis nach 1945“ – Neue Reihe ab 19. März

Wie jüdisches Leben im Film nach 1945 dargestellt wurde, damit beschäftigt sich eine retrospektiven Filmreihe mit einem begleitenden Rahmenprogramm. Dabei kooperieren das Museumskino Dresden e.V. und die Technischen Sammlungen mit dem Clubkino im Lingnerschloss im landesweiten TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026. Gestartet wird am 19. März, 19 Uhr, im Museumskino mit der Kleinen Filmakademie – einem filmisch illustrierten Vortrag, in dem das Thema kritisch in die politischen und ideologischen Kontexte nach 1945 bis heute eingeordnet wird. 20.30 Uhr beginnt der Film „Ehe im Schatten“ von 1946, der erste deutsche Nachkriegsfilm, der den Holocaust direkt thematisiert hat.

„Sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland hat der Spielfilm der öffentlichen Erinnerung an jüdische Kultur in Deutschland und an die Shoa enorm wichtige Impulse gegeben, sie sind aber auch aufschlussreiche Indikatoren für die geteilte Erinnerung der Nachkriegszeit“, urteilt Museumsdirektor Roland Schwarz. Die Darstellung in Ost- und Westdeutschland nach 1945 verlief auf grundlegend unterschiedlichen Wegen und war geprägt von den jeweiligen politischen Systemen und Ideologien.

Die westdeutsche Perspektive wird mit Filmen wie „Der Ruf“ (1949) und „David“ (1979) – am 26. März bzw. am 9. April im Museumskino – genauso exemplarisch präsentiert wie der ostdeutsche Blick Konrad Wolfs in „Sterne“ (1959) und von Horst Seemann in „Levins Mühle“, gezeigt am 1. April bzw. am 29. April im Clubkino im Lingnerschloss.

Abgeschlossen wird die Reihe am 13. Mai im Clubkino im Lingnerschloss mit „Alles auf Zucker“ (2004). Diese Komödie konfrontiert zwei völlig unterschiedliche jüdische Lebenswelten im modernen Deutschland und feiert dabei voller Witz und Herzlichkeit die Versöhnung von Tradition und Gegenwart, ohne die Wunden der Vergangenheit zu ignorieren.

Alle Filme werden zeit- und filmhistorisch eingeführt. Beim Filmgespräch am 26. März ist die Augsburger Historikerin Marita Krauss zu Gast und spricht über den Film „Der Ruf“. (StZ)

veröffentlicht am: 17. März 2026
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