Anstehen für ein besonderes sächsisches Juwel: Am 15. November 2025 öffnete nach jahrelanger Rekonstruktion die ehemalige Dresdner Schlosskapelle für Besucherinnen und Besucher. Sie bewunderten das einmalige Innere mit seinem wiederhergestellten Schlingrippengewölbe und informierten sich über die Details des Wiederaufbaus, über Architektur und Musik.
Mit der Schlosskapelle ist Dresden um ein weiteres Juwel reicher. 1551 bis 1553 entstand im Nordflügel des Dresdner Schlosses die Kapelle als ein architektonisch herausragender Sakralraum der Renaissance. 1737 wurde sie aufgelöst und umgebaut, das Gewölbe vollständig abgebrochen. Nach dem zweiten Weltkrieg lag das Schloss in Schutt und Asche. Erste Ansätze zum Wiederaufbau der Kapelle gab es 1988. Nach 2009 begann die Rekonstruktion des einzigartige Schlingrippengewölbes. Fachleuten gelang es erstmals, dieses mittelalterliche Gewölbe nach originaler Technik neu zu errichten – mit „handgestrichenen Ziegeln und doppelt gekrümmten Sandsteinrippen, die Geschichte, Handwerkskunst und Vision zu einem beeindruckenden Raumerlebnis vereinen“, wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden informieren. 2013 war die Rekonstruktion abgeschlossen. Die nächste Phase wurde 2023 eingeläutet: Mit finanzieller Unterstützung des Bundes begann der Ausbau der Schlosskapelle. Entstehen sollte ein multifunktionaler Veranstaltungsraum für 270 Besucher. Jetzt bildet er den Rahmen für künftige Kunst- und Kulturveranstaltungen. So steht der steinerne Zeitzeuge einem breiten Publikum offen.
Zur Schlüsselübergabe an die Staatlichen Kunstsammlungen würdigte der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Dr. Wolfram Weimer die Bedeutung der Schlosskapelle: „Das Dresdner Residenzschloss und seine Museen sind fundamentaler Bestandteil deutscher und europäischer Kulturgeschichte. Sie machen Dresden zu einer Kulturmetropole von Welt. Und das Residenzschloss ist mehr als Schönheit. Es zeigt deutsche Geschichte in ihrer ganzen Komplexität: künstlerische Pracht und Blüte, Zerstörung und Wiederaufbau, Verlust und Erneuerung. Was wir hier heute auch feiern, ist die Exzellenz dieses Projekts. Die Rekonstruktion des Residenzschlosses ist eine magische Symbiose aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, eine einzigartige Verschmelzung von Handwerk, Technik und Wissenschaft im Dienst unseres kulturellen Erbes. Das Ergebnis ist ein internationales Aushängeschild der Kulturnation Deutschland.“
Dr. Bernd Ebert, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, wies auf die zukünftige Nutzung als Ort für Musik und Veranstaltungen hin: „Nach Fertigstellung der Schlosskapelle erhält die SKD einen in Dresden einzigartigen und atmosphärisch unvergleichbaren Ort der Begegnung zurück. Einen Ort des kulturellen Austausches, einen Ort für Musik, für wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs sowie für private Veranstaltungen. Dies ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Vollendung des Residenzschlosses als einmaliges architektonisches Ensemble im Herzen Dresdens.“
Der Ausbau kostete 8,4 Millionen Euro. Daran beteiligte sich der Bund mit 3,75 Millionen Euro. Zusammen mit dem Einbau des Schlingrippengewölbes kostete die Wiederherstellung der Schlosskappelle rund 12 Millionen Euro.
Bis zur Fertigstellung aller Bereiche des Dresdner Residenzschlosses im Jahr 2027 investieren der Freistaat Sachsen und der Bund voraussichtlich rund 407 Millionen Euro in Sachsens kulturelles Erbe.
Ab dem 19. November kann die Schlosskapelle im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Diese finden von Mittwoch bis Freitag jeweils 15 Uhr sowie Samstag und Sonntag 11:30 und 15 Uhr statt. (StZ)
Die Termine und Tickets sind online buchbar.
Kunst und Kultur in der Schlosskapelle
Einzigartige Architektur: Die wiederaufgebaute Schlosskapelle wird von einem Schlingrippengewölbe überspannt.
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Kunst und Kultur in der Schlosskapelle
veröffentlicht am: 17. November 2025



