„Platz finden. Zur Sichtbarkeit jüdischen Bauens in Sachsen“

„Platz finden. Zur Sichtbarkeit jüdischen Bauens in Sachsen“

von | Stadtweit

Ausstellungseröffnung im ZfBK – Zentrum für Baukultur Sachsen im Kulturpalast Dresden

Am 6. August wird im ZfBK 19 Uhr die neue Ausstellung über jüdisches Bauen in sächsischen Städten vor und nach 1945 eröffnet. Sie ist anlässlich des Sächsischen Themenjahres „Tacheles 2026“ bis 17. September im Kulturpalast Dresden zu sehen und danach in weiteren Städten in Sachsen.

Vorgestellt werden die sächsischen Synagogen Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen und Görlitz anhand von Architektur-Modellen, die erstmalig gemeinsam gezeigt werden. Ein eigens von der TU Darmstadt für die Schau entwickeltes digitales Modell bietet einen virtuellen Rundgang durch die zerstörte Gemeindesynagoge Leipzig. Schautafeln, Filme und Publikationen bieten vertiefende Informationen zur Baugeschichte und erzählen vom aktuellen Leben der jüdischen Gemeinden.

Die Dresdner Künstlerin Susan Donath steuert mit einer Installation eine weitere Perspektive zum Thema bei. Die Wandarbeit stammt aus ihrem Werkzyklus „Die Bilder kommen zurück“, der sich mit der Auslöschung jüdischer Gebäude aus den Bildprogrammen deutscher und tschechischer Städte im Nationalsozialismus beschäftigt.

Alle Exponate der Ausstellung verbindet der Versuch, einen Verlust präsent zu halten und in eine lebendige Gegenwart und Zukunft einzubringen. „Platz finden“ bleibt eine Aufgabe.

Der Platz die Synagogen in ihren sächsischen Heimatstädten, spiegelte auch das Selbstbewusstsein der jüdischen Gemeinden wider: mal waren die Bauten prachtvoll und prominent im Stadtzentrum gelegen, mal eher zurückhaltend und in Seitenstraßen angesiedelt. Die Formensprache richtete sich meist nach aktuellen Architekturströmungen, waren dem Historismus oder später der Moderne zugewandt, mitunter auch „orientalisierend“ in Bezug auf den Ursprung der Religion.

Ein umfangreiches Begleitprogramm vertieft einzelne Aspekte und bietet Raum für DiskussionenAm 12. August, 19 Uhr, geht es um „Neue Räume nach 1945“. Die sehr kleinen Jüdischen Gemeinden suchten nach dem zweiten Weltkrieg neue Plätze und fanden sie auf unterschiedliche Weise. Darüber sprechen Architekturhistorikerin Dr. Alexandra Klei und der Architekt Matthias Horst. In Dresden entstand eine Synagoge am Standort eines zerstörten Friedhofbaus, in Erfurt auf dem Areal ihres zerstörten Vorgängers. In Leipzig und Ost-Berlin nutzten die Gemeinden erhaltene Synagogen weiter, in Halle wurde ein vormaliges Friedhofsgebäude umgenutzt, in Karl-Marx-Stadt wurde der einzige Neubau eines Gemeindehauses umgesetzt. In Görlitz existierte dagegen noch eine Synagoge, die nicht gebraucht wurde, weil keine jüdischen Menschen mehr zurückkehrten.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaat Sachsen sowie durch unseren Förderverein Zeitgenossen e. V. (StZ)

www.zfbk.de

veröffentlicht am: 3. August 2026
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