Wo Schatten wohnen

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von | Stadtweit, Kultur

Neue Ausstellung im Kügelgenhaus: E. T. A. Hoffmann, Carl Maria von Weber und das Dunkle in der Romantik

Dieses Jahr gedenkt die Stadt Dresden des 200. Todestages von Carl Maria von Weber und des 250. Geburtstages von E. T. A. Hoffmann. Für beide war Dresden eine wichtige Station ihres Lebens – sie kannten, schätzten sich und inspirierten sich in ihrem Schaffen. Ihre märchenhaften, mitunter mystischen Werke beinhalten Facetten der Schwarzen Romantik. So lautet auch der Titel der neuen Sonderausstellung im Kügelgenhaus „Wo Schatten wohnen. E. T. A. Hoffmann, Carl Maria von Weber und das Dunkle in der Romantik“. Sie wird am 28. März, 17 Uhr, eröffnet.

E. T. A. Hoffmann und Carl Maria von Weber verband die Suche nach neuen künstlerischen Wegen, die in der Romantik ihren Ausdruck fanden. In der Elbstadt entstanden unter anderem die Oper „Undine“ von E. T. A. Hoffmann und „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber – beide Werke gelten als die ersten deutschen romantischen Opern überhaupt. Auch das Märchen „Der goldne Topf“ von E. T. A. Hoffmann wurde 1813 in Dresden geschrieben und stellt eines der literarischen Hauptwerke des Universalgenies dar. In Opern und Texten offenbart sich Unheimliches, Bedrohliches. Dazu gehören Tod und Vergänglichkeit, Nacht und Traum, Wahnsinn und Schuld, Dämonen, Geister und Schattenseiten des Ichs – die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwimmen. Damit thematisieren die Künstler einen neuen, bis dahin in der Kunst kaum beachteten Aspekt: das Unbewusste und Dunkle. Gerade mit der „Wolfsschluchtszene“ versuchte Weber, das Böse musikalisch einzufangen. Seine Musik wurde zum Wegbereiter der großen Musikdramen Richard Wagners und ebnete den Weg bis zur heutigen Filmmusik.

Die Ausstellung beleuchtet Dresdens dunkle Seite Anfang des 19. Jahrhunderts und wird auch Werke der bisherigen Dauerausstellung unter dem Aspekt der Schwarzen Romantik neu betrachten. (StZ)

veröffentlicht am: 26. März 2026
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