Kulturzentrum Scheune ist zurück

Kulturzentrum Scheune ist zurück

von | Stadtweit, Kultur

Ob Dresdner Lesebühne, Konzert, food & folks oder Comedy – die Scheune bietet auch im Oktober viel Abwechslung. Ja, es ist wieder da, das ultimative Kulturhaus in der Neustadt. Vier Jahre hat der Umbau gedauert, jetzt heißt es „SCHEUNE IS BACK“.

Auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert findet, das ist eine gute Nachricht, denn „die neuen Räume eröffnen dem scheune e. V. ganz neue Möglichkeiten für Konzerte, Tanz, Begegnung und eigene Projekte. Genau solche Orte braucht eine lebendige Kulturstadt: Orte, an denen Neues entstehen darf und Menschen zusammenkommen. Ich freue mich deshalb sehr, dass die Scheune jetzt wieder ihre Türen öffnet – und bin gespannt, was hier in den nächsten Jahren alles entstehen wird.“

Die Scheune entstand in der Nachkriegszeit auf den Grundmauern der zerstörten Turnhalle des Turnvereins Neu- und Antonstadt. 1951 wurde es als Jugendheim „Martin-Andersen-Nexö“ der ehemaligen FDJ (Freien Deutschen Jugend) eröffnet und in den 90er Jahren teilsaniert. Seit 2007 ist der scheune e. V. verantwortlich. Sanierungsarbeiten begannen im Oktober 2022. Brandschutz, Barrierefreiheit und Gebäudesicherheit mussten an die neuen Anforderungen angepasst werden.

„Entstanden ist kein klassischer Sanierungsbau, sondern ein Neubau, der prägende Elemente des bisherigen Hauses bewahrt und die Geschichte des Ortes sichtbar weiterträgt. Mit den neuen Räumen und ihrer modernen Ausstattung eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten für Konzerte, Veranstaltungen, Begegnung und kulturelle Experimente. Die Scheune kann damit weiter das sein, was sie immer war: ein wichtiger Kulturort der Dresdner Neustadt – und ist zugleich bestens für die Zukunft aufgestellt“, urteilt Baubürgermeister Stephan Kühn.

Von außen wirkt das Gebäude heute eher wie ein Neubau. Die charakteristische geschwungene Innentreppe und die Küche des Restaurants blieben erhalten. Eine Holzfassade, Fassadenbegrünung und eine Photovoltaikanlage prägen das Haus. Der Entwurf stammt vom Dresdner Büro Miller Architektur.

Zusätzlich zum großen Saal entstand ein kleinerer Saal und ein Multifunktionsraum für Seminare, Weiterbildungen sowie kleinere Diskurs- und Literaturformate unter dem Dach.
Auch die Barrierefreiheit wurde deutlich verbessert. Dazu gehören rollstuhlgerechte Zuwegungen, ein Aufzug, barrierefreie WCs und Hörschleifen in den Veranstaltungsräumen.
Bisher kostete der Umbau 9,13 Millionen Euro, dazu kommen rund eine Million Euro für die Freianlagen. Entstehen sollen unter anderem eine neue Vorfläche, ein bespielbarer grüner Innenhof und eine Außenfläche für das integrierte Restaurant.

Die „neue“ Scheune gilt wieder als Meilenstein für die Clubkultur, für die Freie Szene und Förderung des Bühnen- und Bandnachwuchses. Dafür gibt es die Konzertreihe „Unlocked“, die sich an junge Künstlerinnen und Künstler richtet, die erstmals auf einer professionellen Bühne auftreten möchten. Bei „Regiotales“ stehen Newcomer aus dem Hip-Hop-Bereich im Mittelpunkt.
Die Scheune ist der dienstälteste Veranstalter von Poetry Slams in Dresden. Dieser moderne Dichterwettstreit erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und steht allen Poeten offen.
Egal ob Record-Release-Konzerte von neuen Bands wie DOSENSTOLZ, Bühnenjubiläen wie z.B. 25 Jahre Banda Comunale oder 15 Jahre Kneipenchor – die Scheune bietet den Raum mit den technischen Möglichkeiten und Platzverhältnissen, um würdige Heimspiele zu ermöglichen. Dazu kommen Diskurs- und Weiterbildungsformate. Das alljährliche Music Match Festival mit begleitender Konferenz zum Thema „Music for a new Society“ richtet sich an lokale, regionale, nationale und auch europäische Partner und Initiativen. Seit 2025 richtet der scheune e. V. das Dresdner Podcast-Festival „Podcat+Poodle“ aus, das auch in diesem Jahr Anfang November wieder stattfindet.

Neu in der Scheune ist ein monatliches Communal Dining Event namens „Food & Folks“, frei nach dem Fællesspisning-Konzept (wörtlich: Gemeinsames Essen) aus Dänemark, bei dem Menschen in einer Nachbarschaft oder in Kulturzentren zusammenkommen, um gemeinsam zu essen. Es soll soziale Kontakte stärken sowie Einsamkeit bekämpfen.
Ebenfalls neu im Programm ist die „Einfach Else Late Night“ Show – ein unterhaltsames Revue-Format, das in Chemnitz und Leipzig bereits für Furore sorgte und interessante Persönlichkeiten aus der lokalen Kunst- und Kulturlandschaft zusammenbringt.

Das neue Format „Local.Exe“ gibt insbesondere nicht männlich gelesenen Künstlern mit audiovisuellem Ansatz einen Raum der Darstellung. „Glitzerkids“ bietet Kindern eine Bühne zum Tanzen und bei „Chess Fanatics“ haben Hobby-Schachspieler die Gelegenheit, zusammenzuspielen.

„Wir als scheune e. V. freuen uns sehr, dass die Stadt Dresden mit der Wiedereröffnung der sanierten Scheune um eine moderne Spielstätte reicher geworden ist. Damit ist es gelungen, die Produktionsbedingungen für unsere Veranstaltungen und soziokulturellen Tätigkeiten deutlich zu verbessern und auf der Höhe der Zeit agieren zu können. Wir freuen uns darauf, diesen zukunftssicheren Kulturort gemeinsam mit den Anwohnern und Kulturpartnern der Stadt mit Leben zu füllen“, sagt Frank Schöne, Programmkoordinator des scheune e. V. (StZ)

veröffentlicht am: 13. Oktober 2026
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