Ein kleiner Rückblick in die Geschichte des Eisenbahnmuseums

Bewahren, Erinnern, Vermitteln

Veröffentlicht am Dienstag, 24. Januar 2017

Das 9. Dampfloktreffen findet vom 7. bis 9. April 2017 im Eisenbahnmuseum Dresden statt. Beim Fest wird sich das Museum wieder tausenden Besuchern als wichtige Hüterin der Eisenbahntradition präsentieren. Dass dies so ist, daran haben viele mitgewirkt. Die Geschichte des Eisenbahnmuseums würde wohl ein großes Buch füllen können. Deshalb gibt es hier einen kleinen Ausflug in die bewegte Historie.

Zwei Loks der Baureihe S 10,1, Baujahr 1913 (Henschel), fuhren zwecks Ausstellung im Museumsstandort im Jahr 2004 auf. Foto: Hobl/Verein

Zwei Loks der Baureihe S 10,1, Baujahr 1913 (Henschel), fuhren zwecks Ausstellung im Museumsstandort im Jahr 2004 auf.

Foto: Hobl/Verein

Plauen/Altstadt. Das 9. Dampf­lok­treffen findet vom 7. bis 9. April 2017 im Eisen­bahn­museum Dresden statt. Beim Fest wird sich das Museum wieder tausenden Besuchern als wichtige Hüterin der Eisen­bahn­tra­dition präsen­tieren. Dass dies so ist, daran haben viele mitge­wirkt. Die Geschichte des Eisen­bahn­mu­seums würde wohl ein großes Buch füllen können. Deshalb an dieser Stelle nur ein kleiner Ausflug in die bewegte Historie:

Ende der 1990er Jahre sollte das Bahnbe­triebswerk Dresden-Altstadt als Außen­standort des Verkehrs­museum Dresden mit seinen zahlreichen histo­ri­schen Lokomo­tiven aufgelöst werden. Schon zu Zeiten der Deutschen Reichsbahn gab es im damaligen Bahnbe­triebswerk Dresden-Altstadt eine bestehende Gemeinschaft/Pflegekollektiv der »Dresdner Lokomo­tiven«, später Freizeit­gruppen des Bahnso­zi­al­werkes (BSW).

16 Mitglieder der BSW-Gruppe »Dresdner Lokomo­tiven« gründeten am 9. März 1999 im damaligen Gebäude der Reichs­bahn­di­rektion an der Ammon­straße aus bestehenden Freizeit­gruppen des Bahnso­zi­al­werkes »Dresdner Lokomo­tiven« den Verein »IG Bahnbe­triebswerk Dresden-Altstadt e. V.«. Ziel war die Erhaltung des ehema­ligen Bahnbe­triebs­werkes, seiner Museums­fahr­zeuge und Anlagen.

Im Zeitalter der Neuglie­derung des deutschen Eisen­bahn­wesens zeichnete sich ab, dass die Eisen­bahn­tra­di­ti­ons­pflege, bezie­hungs­weise Eisen­bahn­nost­algie neue Wege gehen muss, um das histo­rische Eisen­bahnerbe weiter zu erhalten.

Pfingsten 2002 fand das Dresdner Dampf­lokfest statt. Bei einem großen Festakt wurde das Museums­ge­lände ein Standort des Verkehrs­mu­seums Nürnberg (Deutsche Bahn Museum).
Wenige Monate später, am 13. August 2002, kam dann die Flut. Das Bahnwerk wurde von Wasser­massen durch­strömt. Viele fleißige Vereins­mit­glieder halfen beim Entschlammen und Aufräumen. Der Verein und seine Mitstreiter bewiesen in dieser großen Bewäh­rungs­probe Zusam­menhalt. Die nächste Herau­us­for­derung ließ nicht lange auf sich warten. Ab Oktober 2005 wurde der Deutsche Bahn Museums­standort Dresden ausge­gliedert. Es drohte die Auflösung der Außen­stelle und des Vereins. Die Mitglieder der IG Bw Dresden-Altstadt e. V., eine Freizeit­gruppe der Stiftung Bahn Sozialwerk, beschlossen daraufhin in einer außer­or­dent­lichen Mitglie­der­ver­sammlung, den Standort wirtschaftlich in eigener Regie als Eisen­bahn­museum fortzu­führen.

Damals gab es über die Risiken umfang­reiche Diskus­sionen im Verein mit heftigem Für und Wider. Letztlich konnte ein weiteres Mal der Dresdner Standort, mit einem Kraftakt vieler Unter­stützer vor Ort, für die Eisen­bahn­tra­dition erhalten werden.

Das Ergebnis wirkt weit über Dresden hinaus. Das anste­hende Dampf­lok­treffen im Eisen­bahn­museum gilt beispiels­weise inzwi­schen als das wohl größte Eisen­bahnfest deutsch­landweit. Gemeinsam mit dem Verkehrs­museum Dresden wird hier Eisen­bahn­ge­schichte für Alt und Jung erfahrbar und lebendig.

Das Anliegen der IG Bw Dresden-Altstadt e. V. ist, nicht nur „kalten“ Museums­be­trieb zu zeigen. Sondern die Gäste sollen den Eisen­bahnern über die Schultern schauen können. Motto ist „Bewahren, Erinnern, Vermitteln“. Auch das Bewahren und Aufzeigen der weniger sicht­baren Geschichte und Geschichten der Eisenbahn ist Teil der Vereins­arbeit, beginnend mit den ersten Zügen der Pferde­ei­senbahn über die Ära der dynami­schen Dampf­ma­schinen zum »Adler«, der »Saxonia« bis zu den elektri­schen Super­zügen der modernen Zeit.

Alfred Hobl/red/Steffen Dietrich

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www.igbwdresdenaltstadt.de