Dresdens erste bilinguale Kita eröffnet

Veröffentlicht am Dienstag, 17. November 2015

Am 29. Oktober 2015 eröffnete Dresdens bislang einzige bilinguale Kindertagesstätte mit Gebärdensprache offiziell ihre Türen. Unabhängig von ihrem Hörvermögen haben Kinder hier die Möglichkeit, die Gebärdensprache zu erlernen.

Auch Sabine Bibas hatte sichtlich Spaß bei der Einweihungsfeier. Foto: S. Möller

Auch Sabine Bibas hatte sichtlich Spaß bei der Einweihungsfeier.

Foto: S. Möller

Es ging recht lebhaft zu im jungen Auditorium und das auch dann noch, als Kristin Kaufmann ihren Vortrag längst begonnen hatte. Die Sozialbürgermeisterin zeigte sich nur kurz irritiert.

Am 29. Oktober 2015 eröffnete Dresdens bislang einzige bilinguale Kindertagesstätte mit Gebärdensprache offiziell ihre Türen. Unabhängig von ihrem Hörvermögen haben Kinder hier die Möglichkeit, die Gebärdensprache zu erlernen. „Damit ist die Kita als ein wichtiger Schritt hin zur gelebten Inklusion zu sehen. Gebärdensprache ist keine Sprache für Behinderte, sondern eine eigenständige Muttersprache für Gehörlose, die von mehreren einhundertausend Menschen benutzt wird“, betonte Kristin Kaufmann.

Ein Jahr dauerte die Sanierung des um 1900 als Waisenhaus errichteten Gebäudes. Knapp vier Millionen Euro flossen in das Bauvorhaben. Unter anderem wurde ein spezielles Raumakustiksystem installiert, das den Bedürfnissen hörgeschädigter Kinder Rechnung trägt. Neben 92 Kindergartenplätzen entstanden zehn Integrationsplätze. Auch Sabine Bibas, Leiterin des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen, war zur Feierstunde gekommen und absolvierte quasi ein Heimspiel. Von 1984 bis 1992 war sie vor Ort als Erzieherin tätig. Nach dem offiziellen Teil ging es nach draußen auf den Spielplatz. Die Kinder und ihre Gäste ließen Luftballons mit kleinen Zetteln in den Himmel steigen, auf denen sie ihre Wünsche für die Zukunft festgehalten hatten.

Steffen Möller

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