RoFa, die kleine Reiseschreibmaschine

Schätze in den Technischen Sammlungen

Veröffentlicht am Mittwoch, 17. August 2016

In loser Folge stellen wir einzelne Exponate aus den Technischen Sammlungen vor. Das Museum in Striesen begeht in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Heute: Die RoFa, die kleine Reiseschreibmaschine

Reiseschreibmaschine RoFa3. Foto Simmert

RoFa 3: Einfach & erfolgreich, gebaut von 1921 bis 1923.

Foto: Simmert

Hersteller dieser Maschine war die Robert Fabig GmbH in Neuruppin, eine Gesell­schaft, die außer Schreib­ma­schinen auch Körper­pro­thesen herstellte. Die Bezeichnung der Maschine – RoFa – war aus den Anfangs­buch­staben von Robert Fabig abgeleitet.

Vorläufer der »RoFa« war die »Faktotum«. Diese wurde ab 1912 von Fabig & Barschel in Charlottenburg/Berlin gebaut. Vorbild war offen­sichtlich die englische »Imperial A«, konstruiert von Hidalgo Moy in Leicester.

Die Typen­hebel-Maschine bestand aus relativ wenigen Einzel­teilen, war vergleichs­weise einfach konstruiert und konnte so preis­günstig angeboten werden. Wie ihr engli­sches Vorbild hatte die »Faktotum« ein dreirei­higes, gerun­detes Tastenfeld mit 28 Schreib­tasten und doppelter Umschaltung. Im Jahr 1913 erschien das verbes­serte Modell 2, der Firmenname wurde geändert in »Robert Fabig GmbH«. 1916, während des Ersten Weltkriegs, musste die Produktion der Maschine wegen Materi­al­mangels einge­stellt werden.

Im Jahr 1921 brachte die Robert Fabig GmbH als neues Fabrikat die »RoFa« heraus. Sie war aufgrund der großen Nachfrage nach Schreib­ma­schinen sehr erfolg­reich.

Die hier vorge­stellte »RoFa 3« hatte eine dreireihige halbrunde Tastatur mit 30 Tasten, mit denen mittels doppelter Umschaltung 90 verschiedene Zeichen geschrieben werden konnten. Die senkrecht stehenden Typen­hebel mit jeweils drei Zeichen schlugen freischwingend im Oberauf­schlag auf die Walze auf, die Schrift war sichtbar. Eine Beson­derheit: Die Tastatur mitsamt den Typen­hebeln konnte mit einem Griff heraus­ge­nommen und somit leicht gegen eine andere Schrift oder eine andere Sprache ausge­tauscht werden. Die Umschaltung auf Großbuch­staben und Zeichen geschah durch das Verrücken des Typen­korbs. Die Einfärbung der Typen erfolgte mit einem Farb­röllchen, das durch einen Docht aus einer Tinten­pa­trone ständig mit Farbe getränkt wurde. Diese »Dochtfärbung« gewähr­leistete ein besonders klares und sauberes Schriftbild bei gleich­blei­bender Farbstärke.

Nach 1923 folgte die »RoFa 4«, die nun eine gerade Tastatur hatte. Sie wurde bis 1929 gebaut.

Ekkehard Simmert

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