Bibliothek und Kulturzentrum

Die Bibliothek Südvorstadt arbeitet wieder als »Offene Bibliothek«

Veröffentlicht am Samstag, 25. Juli 2020

Mit Unterstützung des Stadtbezirksrates kann die Bibliothek Südvorstadt wieder in den 7-Tage-Rhythmus übergehen. Vorgesehen ist eine Weiterentwicklung zum Kulturzentrum, indem auch Abendveranstaltungen der Stadtteilkultur stattfinden werden.

Der Chef der Städtischen Bibliotheken Professor Arend Flemming kämpft bei der Verwaltung darum, dass wieder Bücher, CDs und DVDs für die Bibliotheken angeschafft werden können. Normalerweise werden jährlich 10 Prozent der Altbestände einer Bibliothek gegen neue Medien ausgetauscht. Die Haushaltssperre macht das im Moment unmöglich. Das betrifft auch die 7-Tage-Bibliothek in der Südvorstadt. Foto: Ralf Richter

Der Chef der Städtischen Bibliotheken Professor Arend Flemming kämpft bei der Verwaltung darum, dass wieder Bücher, CDs und DVDs für die Bibliotheken angeschafft werden können. Normalerweise werden jährlich 10 Prozent der Altbestände einer Bibliothek gegen neue Medien ausgetauscht. Die Haushaltssperre macht das im Moment unmöglich. Das betrifft auch die 7-Tage-Bibliothek in der Südvorstadt.

Foto: Ralf Richter

Plauen. Die gute Nachricht zuerst: In Sachen Offene Bibliothek hat Corona das Rad zwar anhalten, aber nicht zurück­drehen können. In der Bibliothek Südvor­stadt wird es am 10. August weiter­gehen – dann hat die erste »Open Library« in Dresden wieder an sieben Tagen geöffnet. Das heißt: Wenn vorher nicht alle Stricke reißen, man muss ja vorsichtig sein mit jeglichen Prognosen in diesen Tagen. Aber der Chef der Städti­schen Biblio­theken Professor Arend Flemming ist zumindest mit der bishe­rigen Bilanz bis zum »Lockdown« im März vollauf zufrieden: »Doppelt so viele Besucher! Aber auch – und damit haben wir ehrlich gesagt nicht gerechnet – ein Viertel mehr Ausleihen!« Besonders gut angenommen wird das Angebot mit den Wochen­end­öffnungs­zeiten gerade am Sonntag von Familien – und viele Ältere nutzen auch die Zeit am Wochenende. »Vormerken kann man sich, dass wir künftig – also nach dem 10. August – am Donnerstag von 12 bis 18 Uhr geöffnet haben werden und natürlich wieder am Sonnabend und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr. Da darf man dann wieder in Büchern schmökern, alle möglichen Medien ausleihen und zurück­geben«, sagt Katrin Doll, Chefin der Bibliothek. Nur sich neu anmelden, die Nutzungs­dauer des Ausweises verlängern oder Gebühren bezahlen, das wird in den zusätz­lichen Öffnungs­zeiten nicht gehen, das funktio­niert nur dann, wenn das Fachper­sonal da ist.

Geradezu des Lobes voll ist Professor Flemming, was die Koope­ration mit dem Wachschutz angeht: »Super-Zusam­men­arbeit! Das ist extra für uns ausge­wähltes Personal – alles gebildete und belesene Leute, ohne die wir die Aufgabe nie hätten stemmen können. Wir haben durch die Bank nur gute Erfah­rungen gemacht.«

Wenn aber die Bibliothek tatsächlich wieder in den für ganz Ostdeutschland einzig­ar­tigen Modus der sieben Tage geöff­neten Bibliothek übergeht, dann ist das diesmal dem Stadt­bezirk zu verdanken.

Während die Stadt der erfolg­reichsten Bibliothek ganz Deutsch­lands durch die derzeitige Haushaltsperre praktisch verbietet, auch nur eine neue CD, ein neues Buch oder einen neuen Film in ihre Bestände aufzu­nehmen, finan­ziert der Stadt­bezirk – so wurde es jeden­falls signa­li­siert – einmalig die Bezahlung für den Wachschutz, damit man wieder ohne Schließtag öffnen kann. 15.000 Euro werden dafür inves­tiert und es ist – da sind sich Stadt­bezirk und Bibliothek einig – gut inves­tiertes Geld, wenn Kinder, Jugend­liche, Familien, Senioren und Studenten ihre Bibliothek häufig und gern als ein lokales Kultur­zentrum nutzen. Das Konzept, wie man das Ganze noch für Freizeit­gruppen oder Studenten öffnet, so dass sie am Abend dort Veran­stal­tungen machen oder Arbeits­plätze nutzen können, wird noch vom Stadt­bezirk erarbeitet, der auch die Hoheit über diese Form der Nutzung haben wird.

Eines aber wird nicht gehen, schränkt Professor Flemming ein: Musik­ver­an­stal­tungen werden dort nicht statt­finden können, da es auch noch andere Mieter im Haus gibt.
Corona-bedingt wird voraus­sichtlich in diesem Jahr keine weitere Bibliothek zur »Offenen Bibliothek« in Dresden – auch wenn in Klotzsche die Entwick­lungen schon gut gediehen sind. Sie wird eher ab nächstes Jahr an sieben Tagen den Anwohnern zur Nutzung offen­stehen.

Ralf Richter

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