»Mein Stadtteil, mein Friedhof«

Öffentlichkeits-Kampagne macht auf reiche Friedhofskultur aufmerksam

Veröffentlicht am Mittwoch, 13. November 2019

Die Treue zum Stadtteil muss nicht zwingend mit dem Tod enden. Zudem sind Friedhöfe auch für die Lebenden ein Teil der Stadtteilkultur. Mit einer Öffentlichkeitsaktion machen Dresdner Friedhöfe derzeit darauf aufmerksam.

Vertreter des Netzwerks Dresdner Friedhofsverwalter eröffneten am 23. Oktober die Plakat-Kampagne in der Johannstadt: Lara Schink, Heike Hofmann und Ellen Hönl (v. l.) waren vor Ort. Foto: Pohl

Vertreter des Netzwerks Dresdner Friedhofsverwalter eröffneten am 23. Oktober die Plakat-Kampagne in der Johannstadt: Lara Schink, Heike Hofmann und Ellen Hönl (v. l.) waren vor Ort.

Foto: Pohl

»Wohnen bleiben, wo das Leben spielt – mit idealer Verkehrs­an­bindung mitten im Grünen.« Was klingt wie eine Wohnungs-Werbung, ist Teil der Kampagne »Mein Stadtteil, mein Friedhof«. Ganz bewusst wird dabei auf den Begriff »letzte Wohnstätte« angespielt. Mit 27 City-Plakaten und Postkarten macht das Netzwerk Dresdner Fried­hofs­ver­walter derzeit in lockerer Form auf das Thema Begräbnis und Bestat­tungs­kultur aufmerksam. Denn hier ist vieles im Wandel. Von der klassi­schen Famili­en­grab­stelle mit Gedenk­stein über Bestattung im Friedwald oder auf einer anonymen Urnen­grab­anlage gibt es heute sehr viel mehr Möglich­keiten. So indivi­duell wie das Leben, so vielfältig ist auch die letzte Ruhestätte.

Im Gespräch mit Angehö­rigen hat Ellen Hönl, Leiterin des St.-Pauli-Friedhofs und des Inneren Neustädter Friedhofs, erfahren, nach welchen Kriterien Grabstellen ausge­wählt werden: Die einen suchen einen sonnigen, die anderen einen schat­tigen oder ruhigen Platz, anderen ist ein grünes Umfeld wichtig oder die gute Erreich­barkeit. Das brachte das Netzwerk Dresdner Fried­hofs­ver­walter auf die Idee, seine Werbe­kam­pagne an Wohnan­zeigen anzulehnen. So sind Sprüche zu lesen, die nicht vorder­gründig an das Sterben denken lassen: »Eine gute Adresse in direkter Nachbar­schaft: denkmal­ge­schützt auf eigenem Garten­grund­stück.« »Auch nach dem letzten Umzug immer gut erreichbar – indivi­du­eller Wohnraum in ruhiger Nachbar­schaft.« Allen Motiven gleich ist der Verweis auf »Mein Stadtteil, mein Friedhof«. »Oft kennen die Angehö­rigen den örtlichen Friedhof und seine Angebote nicht und entscheiden sich ohne Notwen­digkeit für ein anonymes und schlecht erreich­bares Grab«, erklärt Lara Schink, Fried­hofs­ver­wal­terin beim Verband der Annen­friedhöfe Dresden, den Hinter­grund. Dresden hat eine sehr reiche Fried­hofs­land­schaft: Von den mehr als 50 Fried­höfen werden 44 von evange­li­schen Kirch­ge­meinden und Verbänden verwaltet.

Christine Pohl

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www.dresdner-stadtteilfriedhoefe.de

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