Premiere: Fahrradkino am Kaitzbach

Veröffentlicht am Mittwoch, 12. September 2018

Kino unter freiem Himmel? Und ohne 3D? Wer das mag, dem gefällt auch Fahrrad-Kino. In Strehlen wurde der Anfang gemacht.

In die Pedale treten für ein ordentliches Kino-Bild. Foto: Richter

In die Pedale treten für ein ordentliches Kino-Bild.

Foto: Richter

Ältere können sich erinnern: Bis mindestens in die fünfziger Jahre gab es noch »mobile Kinos«. Frauen und Männer zogen durch das Land und zeigten selbst im kleinsten Dorf Filme. Wander­kinos nannte man das. Die Bevöl­kerung war dankbar. So etwas gibt es heute wieder: Im Kleinen Garten Dresden am Kaitzbach. Zum Gartenfest am 19. August war »Streh­lener Premiere«!

Der Kleine Garten Dresden ist ein Gemein­schafts­garten. Um die zwanzig vorwiegend junge Leute überwiegend aus Strehlen bewirt­schaften ihn. Vor vier Jahren wurde er »von privat« gepachtet. Gemein­sames Gärtnern, Nachhal­tigkeit und Bildung stehen im Mittel­punkt. In diesem August zum Gartenfest war der offenen Gemein­schaft nach Kino. Alle Streh­lener waren einge­laden. Da passte es gut, dass eine Dresdner Radma­nu­faktur gerade ein Fahrradkino fertig gestellt hatte. Das Fahrradkino ist eine sehr spezielle Form des kleinen Wander­kinos: Der Strom muss mit Muskel­kraft vom Publikum selbst herge­stellt werden – die Anstrengung lohnt sich: Man sitzt dafür in der ersten Reihe nah beim Bildschirm. Im Prinzip kann jedes Rad mit dem Generator verbunden werden und dazu beitragen, »fahrrad­ge­trie­benes« Kino zu machen. Wenn während des Filmes der Energie­pro­duzent ermüdet, erfolgt auf dem Sattel ein fliegender Wechsel, ohne dass der Bildschirm schwarz wird. Ein kleiner Energie­speicher sorgt dafür. Wissenswert: Ein durch­schnittlich trainierter Mensch auf dem Rad kann dauerhaft 80 und kurzzeitig sogar bis zu eintausend Watt erzeugen! Gezeigt wurden Kurzfilme, produ­ziert vom Sukuma Arts e. V. aus der Dresdner Neustadt. Unter dem Motto »Stories of change« waren Kurzfilme zum Thema Nachhal­tigkeit im Angebot. Was geschaut wurde, entschieden die Zuschauer basis­de­mo­kra­tisch. Jeder konnte die Filmliste auf dem Monitor sehen. Nicht alle Filme kamen aus Dresden. Das Publikum entschied sich u. a. für einen Leipziger Film, der eine inter­kul­tu­relle Kinder- und Jugend­bi­bliothek vorstellte.

Nächster Fahrrad­ki­notag ist am 16. September zum Start der Europäi­schen Mobili­täts­woche.

Ralf Richter/Christine Pohl

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www.kleiner-garten-dresden.de

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