Bilder vom Wert und der Wirkung unsichtbarer Dinge

Ausstellung von Dresdner Fotokünstlern in der Löbtauer Hoffnungskirche noch bis zum 26. Januar 2020

Veröffentlicht am Montag, 13. Januar 2020

In der Löbtauer Hoffnungskirche widmet sich derzeit eine Fotoausstellung dem künstlerischen Ausdruck des Unsichtbaren. Die Dresdner Fotokünstler Uta Caroline Thom und Uwe Teich beschäftigen sich dabei unter anderem mit dem Glauben an Gott.

Die Dresdner Fotokünstler Uwe Teich und Uta Caroline Thom vor Werken in der Hoffnungskirche. Foto: Lill

Die Dresdner Fotokünstler Uwe Teich und Uta Caroline Thom vor Werken in der Hoffnungskirche.

Foto: Lill

Löbtau. In der gemein­samen Ausstellung »sichtbar|unsichtbar« der Fotografin Uta Caroline Thom und des Fotografen Uwe Teich bekommen unsichtbare Dinge Wert und Wirkung, indem sie als Bilder und Worte an den Wänden gezeigt werden. Im Kirchenraum der Hoffnungs­kirche in Löbtau hängen großfor­matige Bilder von Licht-, Schatten- und anderen Details, die Thom und Teich im und um das Gebäude herum entdeckt haben. Die Expedition ins Unsichtbare führt entlang der Grenzen zwischen weltlich und religiös, materiell und emotional. Es finden sich ein Stuhl und dessen Schatten (»Komm!«, 2018), ein beschä­digter Jesus in Öl, der durch den Riss nichts von seiner Kraft eingebüßt, sondern, so Thom, viel mehr an Kraft hinzu gewonnen hat (»und dennoch«, 2018) sowie abstrakt gewordene Blicke durch Kirchenglas in den Garten (»Ausblick I und II«, 2019).

Unsichtbar – das kann auch meinen: transzendent, heilig. »Den Geist sichtbar machen«, sagt Thom, sei ihr ein Anliegen. Und auch Glaubens­worten eine Form, eine Farbe geben: Demut, Gnade, Trost, Segen.

Die gebürtige Dresd­nerin Uta Caroline Thom streifte mit der Ausstellung auch ihre eigene Kindheit und damit Gefühle wie Heimat, Zeit(losigkeit) und Trost. 25 Jahre später erinnert sie sich, dass sie bereits in ihrer Kindheit auf den Kissen saß, die noch heute auf den Stühlen liegen (»Kindheits­muster, damals«, 2019) und das bunte Licht durch die Fenster spielen sah, welches auch heute noch bei Sonnen­schein an den Wänden zu sehen ist (»Reigen«, 2019). Ihr gelingt es, wie auch in der voran­ge­gan­genen Ausstellung „hier“ in der Dresdner Villa Bienert Resultate und Erkennt­nisse zu philo­so­phi­schen Fragen der Menschheit mit der Lebenswelt des Gebäudes zu verknüpfen und dessen Details als bildliche Gefühle zu zeigen.

Der in Berlin aufge­wachsene Uwe Teich fand im ihm ebenfalls schon lange vertrauten Raum auch die Würde in Dingen, die oft übersehen und doch immer im Raum sind. Seine Bilder erscheinen vorzugs­weise in Licht- und Schat­ten­tönen oder in leise sprechenden Farben. Die Gedichte, die seinen Fotografien zur Seite gestellt sind, sind lyrische Annähe­rungen an Themen wie Glauben, Dasein oder Abschied.

Die Ausstellung berührt mit einer dichten Unmit­tel­barkeit, da der fotogra­fierte Raum gleich der Ausstel­lungsraum ist. »Sie ruft große Fragen auf und löst Antwort­ver­suche mit Poesie und künst­le­ri­schem Ausdruck aus dem festen Gefüge der unbrauch­baren Gewiss­heiten.«

Diana Hellwig/Steffen Dietrich

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