Der Goldene Reiter hat sein Schwert zurück

Veröffentlicht am Dienstag, 15. Oktober 2019

Reiterstandbild auf dem Neustädter Markt nach unerlaubter Klettertour im Mai beschädigt. Halterung der Schwertscheide war fast vollständig herausgerissen. Stadt lehnt Absperrung und Videoüberwachung von Denkmalen ab.

Einige monate musste August ohne sein Schwert auskommen. Restaurator Harald Straßburger von der Firma Fuchs & Gierke (Bild unten) reparierte das gute Stück und brachte es an seinen angestammten Platz zurück. Foto: Möller

Einige Monate musste August ohne sein Schwert auskommen. Restaurator Harald Straßburger von der Firma Fuchs & Gierke (Bild unten) reparierte das gute Stück und brachte es an seinen angestammten Platz zurück.

Foto: Möller

Innere Neustadt. »Lieber August, steig’ von deinem Pferd hernieder und regiere deine Sachsen wieder, lass in diesen schweren Zeiten Erich mal ’ne Weile reiten.« So oder ähnlich lautete ein Spruch, der zu DDR-Zeiten hinter vorge­hal­tener Hand immer wieder die Runde machte. Das tat er natürlich nicht! Obwohl auf hohem Ross sitzend, bekommt August der Starke aber immer wieder ungebe­tenen Besuch. Zuletzt Anfang Mai, als sich Unbekannte an dem Reiter­standbild versuchten indem sie den Aufstieg wagten und dabei prompt erheb­lichen Schaden verur­sachten. Mit knapp 10.000 Euro bezif­ferte Baubür­ger­meister Schmidt-Lamon­taine die Repara­tur­kosten für die aus ihrer Halterung fast vollständig heraus­ge­rissene Schwert­scheide. Die Stadt stellte seinerzeit Straf­an­zeige. Nach der Restau­rierung in einer Ottendorf-Okrilla ansäs­sigen Spezi­al­werk­statt ist das Teil am 11. Oktober 2019 an seinen angestammten Platz zurück­ge­kehrt. Die Befes­tigung ist verstärkt worden. Schon mehrfach war der Goldene Reiter in der Vergan­genheit Opfer von Vanda­lismus geworden. Meist blieben der oder die Täter unerkannt. Eine Video­über­wa­chung indes schließt der Bürger­meister auch künftig aus, ebenso wie eine Absperrung des Denkmals. Vielmehr appel­liert er an den gesunden Menschen­ver­stand: Denkmale seien nun mal für Kletter­übungen völlig ungeeignet.

Steffen Möller

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