Georg Wolff – Kommunist und Aktivist der ersten Stunde

Grabstätten auf dem Dresdner Heidefriedhof

Veröffentlicht am Montag, 12. Oktober 2020

Georg Wolff gehörte 1943 zu den Initiatoren des Nationalkomitees Freies Deutschland. Sein Grab befindet sich auf dem Heidefriedhof.

Das Bild Georg Wolffs schuf 1976 der Maler und Graphiker Paul Michaelis (1914–2005). Foto: Brendler

Das Bild Georg Wolffs schuf 1976 der Maler und Graphiker Paul Michaelis (1914–2005).

Foto: Brendler

Auf dem 30 Hektar großen Friedhof an der Moritz­burger Landstraße befinden sich neben vielen anderen auch die letzten Ruhestätten von Persön­lich­keiten der Arbei­ter­be­wegung, des antifa­schis­ti­schen Wider­stands­kampfes und der Dresdner Stadt­ge­schichte. Zu ihnen zählt der am 1. Juni 1906 in Anger­münde geborene Georg Wolff.

Sein Leben und Wirken wird beschrieben und gewürdigt in „Biogra­phische Notizen zu Dresdner Straßen und Plätzen, die an Persön­lich­keiten aus der Arbei­ter­be­wegung, dem antifa­schis­ti­schen Wider­stands­kampf und an den sozia­lis­ti­schen Neuaufbau erinnern“, verfasst 1976 vom Museum für Geschichte der Stadt Dresden.

Der gelernte Maschi­nen­schlosser, seit 1926 Mitglied des Deutschen Metall­ar­bei­ter­ver­bandes in Berlin, fand 1930 über den Arbeiter-Turnverein „Fichte“ den Weg zur Kommu­nis­ti­schen Partei Deutsch­lands.

Als Mitglied der Streik­leitung des Berliner Metall­ar­bei­ter­streikes 1930 fristlos entlassen, ging er »…in die Sowjet­union, arbeitete als Schlosser in einem Moskauer Lampenwerk und wurde 1931 Mitglied der Kommu­nis­ti­schen Partei der Sowjet­union«.

1937 nahm Georg Wolff am Befrei­ungs­krieg des spani­schen Volkes teil, 1939 kehrte er in die Sowjet­union (SU) zurück. »Nach dem Überfall Hitler-Deutsch­lands auf die SU wurde er zur Arbeit unter den deutschen Kriegs­ge­fan­genen einge­setzt.«

Georg Wolff, der 1943 zu den Initia­toren der Gründung des Natio­nal­ko­mitees »Freies Deutschland« gehört hatte, kam im Mai 1945 nach Dresden. »Hier erwarb er sich um den antifa­schis­tisch-demokra­ti­schen Neuaufbau große Verdienste. […] Sein Leben endete durch einen tragi­schen Autounfall am 15. Mai 1948 kurz vor der Vollendung seines 42. Lebens­jahres.«

In Dresden trugen von 1949 bis 1955 die Kreis­par­tei­schule der SED (ehem. Gasthof »Wilder Mann«), von 1955 bis 1990 die Bezirks­par­tei­schule der SED, Mater­ni­straße 17, von 1953 bis 1993 die heutige Dorothea-Erxleben-Straße und von 1978 bis 1990 die 56. Grund­schule, Böttger­straße 11, seinen Namen. In Georg Wolffs Geburts­stadt Anger­münde ist noch heute eine Straße nach ihm benannt.

Klaus Brendler

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