Nickern: Neues Wohnquartier im Grünen

Stadterneuerung auf ehemaligem Kasernengelände abgeschlossen

Veröffentlicht am Mittwoch, 5. Juni 2019

Innerhalb von 24 Jahren wurde der Stadtteil Nickern umgekrempelt: Aus ehemals militärisch genutztem Areal entstand ein lebenswertes Quartier, indem rund 2.000 Menschen eine neue Heimat fanden.

Abriss und Neubau haben den Stadtteil Nickern in den letzten 24 Jahren positiv verändert. Mehrere neue Wohnquartiere entstanden. Die Stadterneuerung gilt offiziell als abgeschlossen. Foto: Trache

Abriss und Neubau haben den Stadtteil Nickern in den letzten 24 Jahren positiv verändert. Mehrere neue Wohnquartiere entstanden. Die Stadterneuerung gilt offiziell als abgeschlossen.

Foto: Foto: Trache

Mit einem Frühlingsfest wurde am 11. Mai 2019 in Nickern der Tag der Städte­bau­för­derung gefeiert. Und das aus gutem Grund: Denn nach 24 Jahren inten­siver Stadt­er­neuerung verwan­delte sich einstiges Kaser­nen­ge­lände in ein grünes Stadt­quartier, das 2.000 Menschen eine neue Heimat bietet. Zum Abschluss des Projektes »Leben zwischen Stadt und Land« ziehen die Landes­haupt­stadt Dresden und die Stesad GmbH, der treuhän­de­rische Entwick­lungs­träger für dieses Gebiet, eine positive Bilanz.

Viele Dresdner können sich sicher noch gut an das Militär­ge­lände der Roten Armee in dem Stadtteil erinnern. Bis 1991 war hier eine Panzer­di­vision statio­niert. Die Nachwen­de­ge­ne­ration kennt diesen Teil der Dresdner Geschichte nur aus Erzäh­lungen. Heute erinnert noch das unter Denkmal­schutz stehende, fünfschiffige ehemalige Stabs­ge­bäude am heutigen Nickerner Platz an die frühere Nutzung dieses Geländes. Die Geschichte des Gebäudes reicht noch weiter zurück. Bereits 1939/40 diente es als waffen­tech­nische Schule der Deutschen Wehrmacht.

Seit dem Jahr 2000 befinden sich in dem hochwertig sanierten Gebäude 200 Mietwoh­nungen sowie kleinere Geschäfte und eine Kinder­ta­ges­stätte. Parallel zum Stabs­ge­bäude wurde bis 1998 das Quartier »Kauschaer Feld« erschlossen. Zwischen 1998 und 2000 entstand das Teilgebiet »Auf dem Trutzsch«. In zwei Etappen wurde das Wohngebiet »Der Lockwitzer Hang« entwi­ckelt – von 1998 bis 2000 sowie zwischen 2004 und 2008. Ab 2011 entstand das Quartier »Am Gerber­grund« neben der Siedlung aus den 1930er Jahren. Die Arbeiten an den »Nickerner Stadt­gärten«, an denen seit 2016 gebaut wird, sind jetzt offiziell abgeschlossen. Auf diesem Standort errichtet die städtische Gesell­schaft WiD Wohnen in Dresden GmbH & Co. KG 48 Sozial­woh­nungen, die 2020 bezogen werden soll. Außerdem ist am Nickerner Weg noch Platz für eine Bauher­ren­ge­mein­schaft. Inter­es­senten können sich bis zum 31. Juli 2019 bewerben.

Das gesamte Entwick­lungs­gebiet Nickern umfasst 57 Hektar, fast die Hälfte davon sind öffent­liches Grün und Klein­gärten. 58 Millionen Euro wurden inves­tiert, 22 Millionen Euro Förder­mittel steuerten der Bund, der Freistaat Sachsen und Landes­haupt­stadt Dresden bei. Rund 880 Wohnungen wurden insgesamt geschaffen, die Mehrzahl in Eigen­heimen. 390 öffentlich geför­derte Mietwoh­nungen entstanden in Mehrfa­mi­li­en­häusern.

Broschüre über Entwicklungsgebiet

Am Tag der Städte­bau­för­derung wurden im Birkenhain, zwischen Nickerner Weg und Helena-Rott-Straße, vier Infor­ma­ti­ons­stelen enthüllt.

Sie geben Auskunft über die Geschichte, Entwicklung und Gegenwart der Stadt­ge­bietes Nickerns. Das Stadt­pla­nungsamt hat zum Entwick­lungs­gebiet Dresden-Nickern unter dem Titel »Leben zwischen Stadt und Land« eine Broschüre heraus­ge­geben, die kostenlos im Stadt­be­zirksamt Prohlis, beim Stadt­pla­nungsamt und der Stesad GmbH erhältlich ist. Sie enthält Wissens­wertes zur Geschichte Nickerns, zur Entwicklung dieses Stadt­ge­bietes und erläutert auch, zu wessen Ehren die Straßen in den einzelnen Quartieren benannt wurden. Durch zahlreiche Vorher-Nachher-Fotos ist diese Publi­kation für Freunde der Dresdner Stadt­teil­ge­schichte sehr inter­essant.

Claudia Trache

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