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Jubiläum: 125 Jahre Heilig-Geist-Kirche

Veröffentlicht am Samstag, 15. September 2018

Am 14. Oktober 2018 wird das 125jährige Bestehen der Heilig-Geist-Kirche mit einem Kirchweihfest begangen. Wie hat alles angefangen?

Karl Emil Scherz (1860–1945): Zeichnung der Heilig-Geist-Kirche, 1891. © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen. „Ortsgeschichtliche Sammlung Blasewitz und Umgegend“ von K. E. Scherz.Foto: W. Junius

Karl Emil Scherz (1860–1945): Zeichnung der Heilig-Geist-Kirche, 1891. © Landesamt für Denkmalpflege Sachsen. „Ortsgeschichtliche Sammlung Blasewitz und Umgegend“ von K. E. Scherz.

Foto: W. Junius

Blasewitz. Vor 125 Jahren, am 15. Oktober 1893, erfolgte die Weihe der Heilig-Geist-Kirche in Blasewitz. Der Grund­stein für das Gotteshaus war zwei Jahre zuvor am 12. Oktober 1891 gelegt worden. Erst am 1. Oktober 1887 war aus Blasewitz und Neugruna eine eigen­ständige Kirch­ge­meinde gebildet worden. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörten die Blase­witzer der Gemeinde der Kreuz­kirche an. Bis es eine eigene Kirche gab, wurden Gottes­dienste in der Turnhalle der heutigen 63. Grund­schule an der Wägner­straße abgehalten. In einem Bericht aus dem Jahre 1905 wird die Weihe beschrieben: »Der Festzug bewegte sich unter dem Geläute der Glocken von der Schule in der Oststraße (heute Wägner­straße), die Musik und 30 Ehren­jung­frauen an der Spitze, die Geist­lichen im Ornat die Altar­geräte und Abend­mahls­gefäße tragend, die Vereine mit flatternden Fahnen und gewaltige Menschen­mengen folgend, nach dem Haupt­eingang des Gottes­hauses. Hier fand die Schlüs­sel­übergabe statt.«

Die Kirche entstand nach Plänen des Archi­tekten Karl Emil Scherz, der in Blasewitz sein Büro hatte. Mit seinem phanta­sie­vollen Entwurf hatte er den Archi­tek­ten­wett­bewerb für sich entschieden. Er hielt sich an frühgo­tische Vorbilder. Der schlanke Glockenturm und die klare Gliederung der Fassade bestimmen den Kirchenbau. Große Diskus­sionen gab es um den richtigen Standort. »Mich hat sehr beein­druckt, dass er den Bau bis ins letzte Detail als Gesamt­kunstwerk geplant und auch für das Innen­leben Verant­wortung übernommen hat. Selbst die Braut­stühle oder die Beschläge der Kirchen­türen haben ihn inter­es­siert«, sagt Pfarrer Dr. Hans-Peter Hasse. Auch einen zur Archi­tektur passenden Eingangs­schlüssel hat er entworfen, der heute noch vorhanden ist. Der Bart des Schlüssels ist so gestaltet, dass der Buchstabe G zu erkennen ist – und damit symbo­lisch auf den Namen Heilig-Geist-Kirche verweist. Auf seiner Zeichnung von 1891 deutete Scherz an, wie die Kirche ins landschaft­liche Umfeld einge­bettet werden sollte. Heute sorgen dafür die inzwi­schen hoch gewach­senen Bäume rund um das Bauwerk.

Wer die Kirche heutzutage besichtigt, findet nicht mehr die einstige Farbigkeit vor. Der Innenraum wurde in den Jahren 1969/70 grund­legend umgestaltet. Dabei ist die künst­le­rische Ausstattung größten­teils entfernt worden. Auch die ursprüng­lichen Glasfenster sind bis auf zwei in der Taufka­pelle nicht mehr erhalten. Innenraum und Altarraum zeigten sich nach der elfmo­na­tigen Sanierung in neuem Gewand. »Schlichte Harmonie dominiert jetzt in dem neuen Gotteshaus«, schrieb die Tages­zei­tungen »Die Union« am 23. November 1969. Gegenüber der Kirche entstanden ebenfalls nach Plänen des Archi­tekten Scherz ein neues Pfarrhaus und das Gemein­dehaus. Mit einem Kirch­weihfest wird am 14. Oktober 2018 das Jubiläum gefeiert. Nach dem Gottes­dienst in der Heilig-Geist-Kirche wird u. a. zu einer unter­halt­samen Erinne­rungs­stunde zur Geschichte der Gemeinde einge­laden.

Christine Pohl

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