Museumsangebot auf wackligen Füßen

Veröffentlicht am Dienstag, 16. Februar 2016

Technische Sammlungen, Städtische Galerie, Kügelgenhaus, Schillerhäuschen – das sind nur ein paar städtische Museen. Wir stellen die ersten Highlights des Jahres vor, von der DEFA-Ausstellung in den Technischen Sammlungen bis hin zum Jubiläum des Stadtmuseums in diesem Jahr.

Begleitend zur Ausstellung "Hi Lights!“ in den Technischen Sammlungen kann man mit dem Smartphone den Ernemannturm zum Leuchten bringen. Unter der Nummer 0170 7107178 anrufen und mit der eigenen Stimme die Lichtinstallation bestimmen. Foto: PR

Begleitend zur Ausstellung "Hi Lights!“ in den Technischen Sammlungen kann man mit dem Smartphone den Ernemannturm zum Leuchten bringen. Unter der Nummer 0170 7107178 anrufen und mit der eigenen Stimme die Lichtinstallation bestimmen.

Foto: PR

Unter dem Titel „Blauer Pfirsich“ lockt die neue Ausstellung in der Städtischen Galerie, die ab 20. Februar Arbeiten von Dieter Goltzsche zeigt. Er gehört zu den wichtigsten Zeichnern seiner Generation in Deutschland. „Wege zum Licht“ können noch bis 6. März im Stadtmuseum erkundet werden und „Ohne Ton kein Bild“ ist eine Ausstellung in den Technischen Sammlungen, die an die Zeit des Dresdner DEFA-Studios für Trickfilme erinnert. Diese drei aktuellen Events sind nur ein Teil des lebendigen Wirkens der Museen der Landeshauptstadt. Dass die insgesamt acht Einrichtungen der Stadt den Nerv der Dresdner treffen, beweisen die gestiegenen Besucherzahlen im vergangenen Jahr. 177.000 Kulturinteressierte wurden gezählt, vier Prozent mehr als 2014. „Ein erfreuliches Ergebnis“, konstatiert Direktor Dr. Gisbert Porstmann im Rückblick.

Auch für dieses Jahr sind vielfältige Ausstellungen und Veranstaltungen geplant, die zum Ansehen, Staunen und Weiterbilden einladen. Dazu gehört die Jubiläumsschau im Stadtmuseum. Ab 3. Juni heißt es „Wir erinnern uns“. „Das Stadtmuseum wird 125 Jahre alt, wir wollen auf die Geschichte des Hauses aufmerksam machen“, sagt Leiterin Dr. Erika Eschebach. Das Stadtmuseum ist erst seit 1966 in den Räumen des Landhauses, zum Kriegsende 1945 hatte es 80 Prozent seiner Sammlungen verloren. Der diesjährigen Kulturhauptstadt Breslau/Wroclaw, die eine Partnerstadt Dresdens ist, ist eine Schau im September im Stadtmuseum gewidmet.

Das 20-jährige Bestehen der Sächsischen Akademie der Künste ist Anlass, dass 30 bildende Künstler ab dem 18. Juni unter dem Titel „Wohin mit der Schönheit?“ in der Städtischen Galerie mit der Öffentlichkeit in einen Dialog treten. Begleitet wird die Ausstellung von einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm aus Baukunst, darstellender Kunst, Literatur und Musik.

Maschinen, Menschen, ­Sensationen

Neben den bekannten Dauerausstellungen bieten die Technischen Sammlungen wieder Besonderes: Bis Juni verlängert wurde „Hi Lights! Neues vom Licht“ – die Ausstellung widmet sich dem Phänomen Licht und seiner Bedeutung für Wissenchaft, Technik und Kultur. Auch die Technischen Sammlungen feiern dieses Jahr Geburtstag, seit 50 Jahren bringen sie den Besuchern Technik und Wissenschaft von gestern und heute nahe, einen großen Stellenwert nehmen Rechentechnik, Fotografie und Kinematografie ein. Das Turmfest am 20. März bildet den Auftakt des Jubiläumsjahrs, ab 29. Mai widmet sich eine Ausstellung unter dem Titel „Maschinen, Menschen, Sensationen“ der 50-jährigen Geschichte des Museums, das sich im denkmalgeschützten Ernemannbau in Striesen befindet. Zum Geburtstag gibt es „Geschenke“ – und so eröffnet das Museum zur Museumsnacht am 17. September ein neues opto-akustisches Experimentierfeld.
Im Palitzschmuseum in Prohlis kommen Freunde der Astronomie auf ihre Kosten. Zu einem besonderen Blick auf die Himmelskörper vom „Palitzschwinkel“ aus lädt die gegenwärtige Sonderausstellung bis 31. März ein. In dem kleinen Museum gehören Planetariums-Vorführungen und hochkarätige Vorträge zum Programm.

Das Kraszewski-Museum widmet sich in seinen Sonderausstellungen u. a. dem bedeutenden Regisseur Krzysztof Kieslowski und im Sommer dem Wiederaufbau der Warschauer Altstadt nach deren Zerstörung während des 2. Weltkrieges. Zum 5. Mal wird im Herbst zu polnisch-deutschen Kulturtagen eingeladen, in deren Mittelpunkt die europäische Kulturhauptstadt Wroclaw steht.

Haushaltsperre trifft Kultur

Auch Kügelgenhaus, Schillerhäuschen und Carl-Maria-von-Weber-Museum haben sich wieder einiges einfallen lassen. Aber ob alles so stattfinden kann, wie es von langer Hand vorbereitet ist? Die Haushaltsperre der Stadt trifft auch die Museen. „Wir bestreiten jetzt die ersten Ausstellungen, aber wir befinden uns in einer extrem schwierigen Situation“, erklärt Dr. Porstmann. Die Umsetzung des Programm stehe in den Sternen. Jetzt werde eine schnelle Entscheidung des Finanzbürgermeisters erwartet.

Christine Pohl

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