Ehrung für den »Karajan vom Schillerplatz«

Veröffentlicht am Freitag, 9. November 2018

Jahrelang stand der Polizeibeamte Günther Jakob auf dem Schillerplatz und regelte den Verkehr. Jetzt kommt ein Bild von ihm ins Polizei-Museum.

Günther Jakob dirigierte jahrelang am Schillerplatz den Verkehr. Daran erinnert ein lebensgroßes Bild. Am 26. Oktober 2018 kehrte der Ruheständler noch einmal an den Ort des Geschehens zurück, denn sein Bild wurde an den Polizeipräsidenten Horst Kretzschmar übergeben. Es erhält nun einen würdigen Platz im Polizei-Museum. Für eine halbe Stunde übernahmen Polizeibeamte die Verkehrsregelung. Foto: Pohl

Günther Jakob dirigierte jahrelang am Schillerplatz den Verkehr. Daran erinnert ein lebensgroßes Bild. Am 26. Oktober 2018 kehrte der Ruheständler noch einmal an den Ort des Geschehens zurück, denn sein Bild wurde an den Polizeipräsidenten Horst Kretzschmar übergeben. Es erhält nun einen würdigen Platz im Polizei-Museum. Für eine halbe Stunde übernahmen Polizeibeamte die Verkehrsregelung.

Foto: Pohl

Blasewitz. Überra­schung am Schil­ler­platz mitten im Berufs­verkehr: Per Hand regeln am 26. Oktober 2018 die Polizei­haupt­meis­terin Bärbel Wornest und Polizei­haupt­meister Bernd Großer den Fahrzeug­strom, dirigieren die Fußgänger sicher über die Fahrbahn. Unfall? Strom­ausfall?

Der Anlass ist ein freudiges Ereignis. Polizei­prä­sident Horst Kretz­schmar erhält an diesem Tag ein lebens­großes Acrylbild für das Polizei-Museum. Es zeigt den »Karajan vom Schil­ler­platz«.

Günther Jakob, der von 1979 bis 1994 am Schil­ler­platz den Verkehr regelte, hatte sich diesen Titel in seiner Amtszeit verdient. Legendär seine »Abschieds­vor­stellung« an seinem letzten Dienst-Tag im März 2011, begleitet von lautem Hupen, Winken, Applau­dieren. Manch Autofahrer brauste damals extra wegen ihm über die Kreuzung. Darüber spricht der heutige Ruheständler, der zur Bildübergabe am Freitag­nach­mittag nach Blasewitz gekommen ist, gern. Auch zu seiner Zeit war der Schil­ler­platz eine stark befahrene Kreuzung, außerdem fuhr noch die Straßenbahn über die Loschwitzer Brücke. Das Bild entstand vor elf Jahren als Geburts­tags­ge­schenk für Evelin Bieber und hing jahrelang in ihrem Büro. Nun verab­schiedet auch sie sich vom Berufs­leben. Und suchte einen passenden Ort für das legendäre Bild. Jetzt wird es seinen Platz in den polizei­his­to­ri­schen Sammlungen erhalten, die u. a. zur langen Nacht der Museen öffnen. So schreibt Günther Jakob nicht nur Stadt­ge­schichte, sondern geht auch in die Kunst­ge­schichte ein.

Übrigens: Auch ohne Ampel rollte der Verkehr Freitag­nach­mittag flüssig über den Verkehrs­knoten.

Christine Pohl

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