Grabstätten auf dem Dresdner Heidefriedhof

Schriftsteller Max Zimmering (1909–1973)

Veröffentlicht am Donnerstag, 22. März 2018

Zu den bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten, die ihre letzte Ruhe auf dem Heidefriedhof gefunden haben, zählt der Schriftsteller und kommunistische Funktionär Max Zimmering. Für sein Schaffen erhielt er 1969 den Nationalpreis der DDR. Acht Schulen in Dresden tragen seinen Namen.

Der Roman »Phosphor und Flieder« erschien 1954 im Dietz Verlag Berlin und erzählt vom Untergang und Wiederaufstieg der Stadt Dresden. Foto: Archiv Brendler

Der Roman »Phosphor und Flieder« erschien 1954 im Dietz Verlag Berlin und erzählt vom Untergang und Wiederaufstieg der Stadt Dresden.

Foto: Brendler

Der aus einem jüdischen Elternhaus stammende Max Zimmering wurde am 16. November 1909 in Pirna geboren. In Dresden besuchte er die Volks­schule, das Gymnasium sowie die Oberre­al­schule und begann anschließend eine Lehre als Schau­fens­ter­de­ko­rateur. Wegen gewerk­schaft­licher Arbeit wurde er vorzeitig entlassen.

Max Zimmering, vom zehnten bis achtzehnten Lebensjahr Mitglied der jüdischen Jugend­be­wegung, trat 1928 in den Kommu­nis­ti­schen Jugend­verband Deutsch­lands ein und begann kurze Prosaar­beiten und Gedichte für die »Arbei­ter­stimme« in Dresden, die »Arbeiter Illus­trierte Zeitung« sowie die »Roten Fahne« in Berlin zu schreiben. 1929 wurde er Mitglied der KPD und Gründungs­mit­glied des Bunds prole­ta­risch-revolu­tio­närer Schrift­steller in der Stadt Dresden. Der Macht­an­tritt der Natio­nal­so­zia­listen im März 1933 veran­lasste Max Zimmering zu emigrieren. »Erst 1946 kehrte er nach Dresden zurück und leistete als Mitglied und Funktionär zahlreicher Gremien und Verbände im In- und Ausland eine umfang­reiche kultur­po­li­tische Arbeit.« (Sächsische Biografie, Manfred Altner, 2007) Ab 1964 bis zu seinem Tod lebte Max Zimmering als freier Schrift­steller. Er starb am 15. September 1973 in Dresden, auf dem Heide­friedhof wurde er bestattet.

Aus seiner Feder stammen sowohl Kinder- und Jugend­bücher wie »Buttje Pieter und sein Held« (1951), »Die Jagd nach dem Stiefel« (1953) oder »Li und die Roten Bergsteiger« (1967) als auch Gedichte, Lieder und der Roman »Phosphor und Flieder«.

Für sein Schaffen erhielt er 1953 den Heinrich-Mann-Preis, 1958 den Heinrich-Heine-Preis und 1969 den Natio­nal­preis der DDR. Acht Schulen in Dresden und Umgebung trugen seinen Namen, und die Stadt Pirna verlieh ihm 1971 die Ehren­bür­ger­würde.

Anmerkung: Nach dem Bomben­in­ferno vom 13. Februar 1945 war der bereits 1937 geplante Ehrenhain auf dem Heide­friedhof zur letzten Ruhestätte Tausender Dresdner oder durch­rei­sender Flücht­linge geworden. Die Asche der am Altmarkt verbrannten Toten wurde ebenfalls hierher gebracht. Auf einer weithin sicht­baren, mauer­ar­tigen Stele sind zum »Gedenken der Opfer des Luftan­griffs auf Dresden am 13./14.Februar 1945« die Worte Max Zimme­rings zu lesen: »Wie viele starben? Wer kennt die Zahl? An deinen Wunden sieht man die Qual der Namen­losen, die hier verbrannt im Höllen­feuer aus Menschenhand.«

Klaus Brendler

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