Stadtteilbibliothek zieht um

Veröffentlicht am Mittwoch, 20. März 2019

Die Stadttteilbibliothek Südvorstadt zieht an den Münchner Platz. Noch ungeklärt ist, ob die Statue »Das lesende Mädchen« auch an den neuen Standort wechselt.

Bibliotheksleiterin Katrin Doll (Mitte) sowie ihre Mitarbeiterinnen Andrea Mockert (links) und Carolin Schneider hoffen, dass die Skulptur „Lesendes Mädchen“ von Heinz Mamat vom Nürnberger Ei zum Münchner Platz mit umzieht. Foto: Ralf Richter

Bibliotheksleiterin Katrin Doll (Mitte) sowie ihre Mitarbeiterinnen Andrea Mockert (links) und Carolin Schneider hoffen, dass die Skulptur „Lesendes Mädchen“ von Heinz Mamat vom Nürnberger Ei zum Münchner Platz mit umzieht.

Foto: Bibliotheksleiterin Katrin Doll (Mitte) sowie ihre Mitarbeiterinnen Andrea Mockert (links) und Carolin Schneider hoffen, dass die Skulptur „Lesendes Mädchen“ von Heinz Mamat vom Nürnberger Ei zum Münchner Platz mit umzieht.

Südvor­stadt. Die Anne-Frank-Bibliothek in der Südvor­stadt zieht um. Derzeit befindet sie sich noch am Nürnberger Ei und bietet nur sehr wenig Platz. Bei Veran­stal­tungen wird es derzeit schon für zwanzig Personen sehr eng. Das soll ab Herbst anders aussehen, dann zieht die Bibliothek um in ein Gebäude am Münchner Platz. Im Erdge­schoss wird dann mit 400 Quadrat­metern für die Biblio­theks­nutzer mehr als doppelt so viel Fläche zur Verfügung stehen wie gegen­wärtig. Außerdem soll nebenan ein Café einge­richtet werden.

Mit diesem Umzug geht eine echte »Dresdner-Biblio­theks-Revolution« einher: Die Anne-Frank-Bibliothek soll nach dem Umzug die erste in Dresden sein, bei der ein neues Konzept getestet wird, das unter dem Begriff »Open Library« (also »Offene Bibliothek«) firmiert. Gemeint ist damit, dass die Biblio­theken in Dresden sieben Tage die Woche von zehn Uhr früh bis zehn Uhr abends geöffnet sein sollen. Was für Dresden wie eine unerhörte Erwei­terung der Öffnungs­zeiten klingt, ist in einem Land wie Dänemark seit vielen Jahren Alltag. Dresden orien­tiert sich dabei, wie der Direktor der Städti­schen Biblio­theken Prof. Dr. Arend Flemming auf der Jahres­pres­se­kon­ferenz ausführte, an einem Hamburger Modell, das wiederum vom dänischen Nachbarn im Norden inspi­riert wurde.

Unklar ist noch die Form der Umsetzung: Denkbar ist eine rein technische Variante, die auf Überwa­chungs­ka­meras setzt. In diesem Fall könnten Kinder und Jugend­liche nur in Begleitung von Erwach­senen die Biblio­theken in der »mitar­bei­ter­freien« Zeit nutzen, weil nur eine Erwach­se­nen­karte eine volle Zugangs­be­rech­tigung ermög­lichen würde. Alter­nativ bestünde die Möglichkeit, über einen Sicher­heits­dienst auf perso­nelle Überwa­chung zu setzen, dann könnten auch Kinder und Jugend­liche ohne Erwach­se­nen­be­gleitung die Bibliothek außerhalb der Dienstzeit der Mitar­bei­te­rinnen besuchen. Eine Entscheidung darüber steht jedoch noch aus. Das Modell­vor­haben, welches mit der Anne-Frank-Bibliothek in der Südvor­stadt beginnt, soll dann Schritt für Schritt auf die anderen Stadt­teil­bi­blio­theken übertragen werden.

Während der Umzugs­phase wird es notwen­di­ger­weise zu einer mehrwö­chigen Schließung der Bibliothek kommen.

Offen ist, ob die derzeit vor der Bibliothek stehende Skulptur »Das lesende Mädchen« an den neuen Standort mit umziehen soll. Sie können uns per E-Mail dazu Ihre Meinung schreiben an stadtteilzeitungen@saxonia-verlag.de.

Steffen Dietrich

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