Ein Haus für Medien und Kultur

Zur Zukunft des Medienkulturhauses Pentacon

Veröffentlicht am Mittwoch, 14. April 2021

Im Medienkulturhaus stehen die Zeichen auf Veränderung: Das Dresden-Fernsehen erweitert seinen Standort, interimsweise ziehen Schulklassen ein.

Frank Haring Medienhaus Pentacon Dresden

Im Medienkulturhaus sind Räume freigeworden. Frank Haring freut sich auf neue Mitstreiter.

Foto: Pohl

Ob Radio oder Fernsehen, Kino oder Presse: seit vielen Jahren dreht sich in dem Haus an der Schandauer Straße 64 vieles um das Thema Medien: Im Medien­kul­turhaus Pentacon hat das Dresden-Fernsehen seinen Sitz. Die Jugend­zeit­schrift Spiesser begann hier ihre Laufbahn, das Senio­ren­radio ging auf Sendung und im Kino unterm Dach flimmerten Filme. Jetzt bahnen sich Verän­de­rungen an: Das Förderwerk SAEK, seit mehr als 20 Jahren Partner für Medien­pro­jekte in Sachsen, ist ins Kraftwerk Mitte umgezogen, ebenso das Kino unter dem Dach.

Wie geht es jetzt im Kulturhaus weiter?

Seit 2004 hält der Verein Medien­kul­turhaus als Pächter die Fäden in der Hand. Er verwaltet das Haus, sorgt für die Rahmen­be­din­gungen, damit es weiter Anlauf­punkt für Organi­sa­tionen, Vereine, Kreative und Unter­nehmen mit dem Schwer­punkt Medien­kom­petenz ist.

Nach dem Auszug verschie­dener Mieter steht vieles leer. So ist der Kinosaal unterm Dach verwaist, ebenso andere Räume in der zweiten Etage. Aber es gibt auch neue Inter­es­senten. So suchte der Verein Huckepack dringend zusätz­lichen Platz für Schüle­rinnen und Schüler, bis der Neubau der Montessori-Schule an der Glashütter Straße fertig ist. Inzwi­schen werden zwei Klassen­räume im Unter­ge­schoss dafür vorge­richtet. Dresden-Fernsehen will seinen Standort hier erweitern. Nach wie vor lädt die Galerie des Medien­kul­tur­hauses in der 1. Etage ein. Aktuell sind die Bilder von André Wejwoda zu sehen. Alle sechs bis acht Wochen wechseln die Ausstel­lungen, betreut von Kuratorin Sylvia Tietze. In »normalen« Zeiten organi­siert der Verein auch jeweils eine Vernissage, coronabe­dingt fallen derzeit solche Künst­ler­treffen flach.

In Eigen­regie bemüht sich der Verein um die Erhaltung des rund 100 Jahre alten Gebäudes. Er hat sich um eine neue Heizungs­anlage gekümmert und das Dach mit Solar­pa­neelen versehen, alles ohne Zuschüsse von der Stadt. Doch größere Sanie­rungen übersteigen die finan­zi­ellen Möglich­keiten des Vereins. Perspek­ti­visch soll der Brand­schutz erneuert, ein Aufzug eingebaut und die Eingangs­si­tuation verbessert werden, um das Haus fit für die Zukunft zu machen. »Wenn wir Eigen­tümer des Hauses wären, hätten wir die Möglichkeit, das zu finan­zieren«, ist Frank Haring, der Vereins­vor­sit­zende, überzeugt.

Der Verkauf des städti­schen Hauses an den Pächter ist inzwi­schen in die Wege geleitet. Das Gebäude hat eine lange Tradition als Kultur­treff. Es war zu DDR-Zeiten ein Klub- und Kulturhaus der Werktä­tigen des VEB Pentacon, danach ein städti­sches Kulturhaus, bis es der Verein übernahm und zum Medien­treff ausbaute.

Gegen­wärtig wird viel über den Bedarf an Nachbar­schafts­zentren disku­tiert. Im Stadt­bezirk Blasewitz fehlt ein solcher sozio­kul­tu­reller Treff. Könnte das Medien­kul­turhaus dabei eine Rolle spielen? »Die Räume dafür sind auf jeden Fall vorhanden«, bestätigt Haring. Rund 350 Quadrat­meter könnten zur Verfügung gestellt werden. Aber was in den Räumen passiert – ob Kurse, Workshops, kreative Angebote – dafür seien die Nutzer selbst verant­wortlich.

Der Verein in seiner jetzigen Form mit den ehren­amt­lichen Mitgliedern könne sich um die Hülle und um die Infra­struktur kümmern, nicht um die Angebote. Dafür sind nun Ideen gefragt.

Christine Pohl

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