Ein gutes Ende mit Wermutstropfen

Auf der Oskarstraße rollen jetzt die Straßenbahnen

Veröffentlicht am Dienstag, 9. Juli 2019

Seit 6. Juli 2019 rollen die Straßenbahnen über die Oskarstraße. Die neue Straßenbahnstrecke wurde auf Grund eines rund vierzehnmonatigen Baustopps leider deutlich teurer als geplant.

Die Linie 9 fährt auf der Oskarstraße am S-Bahn Haltepunkt Strehlen in die neu gestaltete Haltestelle ein. Seit dem 6. Juli dieses Jahres fahren die ersten Straßenbahnen. Foto: Steffen Dietrich

Die Linie 9 fährt auf der Oskarstraße am S-Bahn Haltepunkt Strehlen in die neu gestaltete Haltestelle ein. Seit dem 6. Juli dieses Jahres fahren die ersten Straßenbahnen.

Foto: Steffen Dietrich

Strehlen. Am 6. Juli 2019 wurde die neue Straßen­bahn­strecke auf der Oskar­straße einge­weiht. Sie ist Teil der neuen »Uni-Linie« im Rahmen des Projekts »Stadtbahn 2020«.

Zwischen Wasaplatz und Tiergar­ten­straße wurden insgesamt rund 1.100 Meter Doppel­gleis sowie 116 Meter Einfach­gleis für die Straßenbahn verlegt. Dabei erfolgte die Befes­tigung der Schienen vibra­ti­ons­ge­dämmt auf einem Beton­un­ter­grund.

Der S-Bahn-Halte­punkt Strehlen wurde als eine neue, berrie­re­freie Zentral­hal­te­stelle einge­richtet. Hier ist ein Umsteigen auf kurzem Weg zwischen Straßenbahn, Bus und Bahn möglich. Im kommenden Jahr werden dann alle alten Gleise auf der Wasa- und Franz-Liszt-Straße ausgebaut und erneuert.

Damit fahren die Straßen­bahn­linien 9 und 13 wieder durch­gängig zwischen Prohlis und Mickten bezie­hungs­weise Kaditz. Gleich­zeitig kehren die Buslinien 61, 63, 75 und 85 auf ihre Standard­strecke zurück.

»Der Abschnitt Oskarstraße/Tiergartenstraße ist ein wichtiger Bestandteil des Programms ›Stadtbahn Dresden 2020‹«, erläutert der Dresdner Baubür­ger­meister Raoul Schmidt-Lamontain. »Hier in Strehlen entstand ein attrak­tiver Verknüp­fungs­punkt. Der Umbau der Verkehrs­an­lagen am Wasaplatz, bei dem auch neue Radwege angelegt wurden, verbessert die Verkehrs­si­tuation erheblich und wertet das Umfeld städte­baulich auf. Jetzt muss der Bau der Stadt­bahn­trasse zwischen Löbtau und Strehlen zügig weiter­gehen«, so Schmidt-Lamontain.

Die rund ein Kilometer lange neu gebaute Straßen­bahn­strecke auf der Oskar­straße soll zu einem späteren Zeitpunkt über den Zelleschen Weg an den Campus der TU Dresden angeschlossen werden.

Mehrkosten durch Baustopp

Die zügig angelau­fenen Bauar­beiten am gemein­samen Projekt der Dresdner Verkehrs­be­triebe (DVB) und Stadt Dresden mussten kurz nach dem am 1. März 2017 erfolgten Baustart unter­brochen werden. Ein Gericht hatte auf Grund einer Klage einen Baustopp verfügt. Folge war eine rund 14 Monate Bauun­ter­bre­chung. Ab 8. Mai 2018 konnte weiter gebaut werden.

Ursprünglich hatten die DVB für das Bauprojekt Kosten in Höhe von 16,7 Millionen Euro geplant. Durch die Unter­bre­chung änderten sich sowohl Bauablauf als auch Bauzeitraum erheblich. Aktuell gehen die DVB-Verant­wort­lichen von rund 24 Millionen Euro und einer Förderung von knapp 60 Prozent der Gesamt­summe durch das Bundes­mi­nis­terium für Verkehr und digitale Infra­struktur sowie den Freistaat Sachsen aus. Dazu kommen die aktuellen Baukosten der Landes­haupt­stadt Dresden und städti­scher Betriebe mit rund 5,8 Millionen Euro.

In den Gesamt­kosten von rund 30 Millionen Euro sind 1,7 Millionen Euro für die Sanierung der Wasa- und Franz-Liszt-Straße enthalten.

Bahnhofsgebäude

Private Inves­toren haben dafür gesorgt, dass mit der Neuge­staltung des Halte­punkts auch das 1903 gebaute, inzwi­schen teils ruinöse Bahnhofs­ge­bäude saniert werden konnte. Dort wurden unter anderem Räume für die DVB und im Erdge­schoss Verkaufsraum für den Konsum Dresden geschaffen.

Neue Linienführung

Die neue Strecke der Linien 9 und 13 führt vom Wasaplatz jetzt durch die Oskar­straße zum Bahnhof Strehlen und weiter über Tiergar­ten­straße zur Halte­stelle »Querallee«. Dort bindet die neue Gleis­ver­bindung an die bisherige Stamm­strecke Richtung Zoo und Lenné­platz an. Die Halte­stellen am Wasaplatz, am S-Bahnhof Strehlen und stadt­ein­wärts auch an der Querallee entstanden neu und barrie­refrei. Lediglich die Bushal­te­stellen am westlichen Wasaplatz warten noch auf ihren Umbau. Das wird im Zuge der weiteren Stadt­bahn­führung über Caspar-David-Friedrich-Straße und Zellescher Weg erfolgen.

Restarbeiten

Bis September 2019 folgen noch Restar­beiten, u. a. zur Komplet­tierung der Halte­stellen und Gestaltung am Wasaplatz. Zur Pflanzzeit im Herbst sollen auch die geplanten Bäume und Sträucher gesetzt werden.

Steffen Dietrich

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